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Schwefelwaſſerſtoff SH entſteht durch Einwirkung von Salz⸗ ſäure auf Schwefeleiſen und iſt ein farbloſes, nach faulen Eiern riechendes, giftiges Gas, das in Waſſer löslich iſt und mit bläu⸗ licher Flamme verbrennt. Ein Reagens auf Schwefelwaſſerſtoff iſt ein mit Bleizuckerlöſung getränktes Papier, das ſchwarz metall⸗ glänzend anläuft.
Ammoniak NI iſt die Waſſerſtoffverbindung von N und iſt ein farbloſes, unbrennbares Gas, von ſtechendem Geruch, das Lackmus ſofort blau färbt, alſo baſiſcher Natur iſt. Ammoniak und Salzſäure ſind Reagentien aufeinander. 1 Raumteil Waſſer löſt bei 150 700 Raumteile Ammoniak, bei 00 1000 Raumteile und bildet dann das wäßrige Ammoniak, im gewöhnlichen Leben Salmiakgeiſt genannt. Eine conc. Löſung von 150 enthält unge⸗ gefähr 40% Ammoniak und hat das ſpec. Gewicht 0,9. Beim Erwärmen entweicht alles Gas. Bei der Zerſetzung des wäßrigen Ammoniaks durch den galv. Strom entſteht 1 Raumteil N und 3 Raumteile H.
Schwefelwaſſerſtoff und Ammoniak bilden ſich bei der Fäulnis organiſcher Stoffe; ſo riechen faule Eier nach Schwefelwaſſerſtoff und verweſender Urin nach Ammoniak.
An dieſer Stelle möge nur erwähnt werden, daß Phosphor⸗, Arſen⸗ und Antimonwaſſerſtoff farbloſe, brennbare Gaſe ſind, die ſpäter beſprochen werden ſollen.
Stößt man mit einem Stock in den Boden eines ſumpfigen Waſſers, ſo wird man häufig farbloſe Gasblaſen aufſteigen ſehen, die man mittelſt eines Trichters in eine Flaſche auffangen und dann entzünden kann. Dieſes Gas entſteht beim Verweſen von Pflanzenreſten in Sümpfen und heißt deshalb Sumpfgas CHA oder, weil es auch in Steinkohlengruben vorkommt, Grubengas, leichter Kohlenwaſſerſtoff. Außer dem Sumpfgas gibt es noch eine ganze Reihe von Verbindungen, die nur aus C und H beſtehen, deren Mannigfaltigkeit ſich durch die verſchiedenen Gewichtsver⸗ verhältniſſe der beiden Elemente in den einzelnen Verbindungen erklärt. Solche Kohlenwaſſerſtoffe ſind: Schwerer Kohlenwaſſerſtoff, Petroleum, Paraffin, Benzol, Terpentinöl u. ſ. w.
Chem. Anziehung des Waſſerſtoffs: H hat nur zu O und Cl große chem. Anziehung, während er ſich mit den übrigen Metalloiden nicht unmittelbar verbindet. Die Waſſerſtoffverbindungen der Metalle haben für uns kein Intereſſe.
Eigenſchaften der Waſſerſtoffverbindungen: Sie bilden nicht wie die vorhergehenden Körper natürliche Gruppen; ſie ſind in ihren Eigenſchften ſehr verſchieden, teils ſauer, teils baſiſch, teils indifferent.


