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Fein verteiltes Pt, Platinſchwamm, bringt H zur Entzündung, indem dieſer von dem poröſen Pt verdichtet wird. Hierauf beruht die früher allgemein gebrauchte Döbereinerſche Zündmaſchine. Geſchichte der Entzündungsmittel!
Salzſäure(IH.
Eine Waſſerſtoffflamme brennt in Chlor zu einem farbloſen Gaſe weiter, das in Waſſer äußerſt leicht löslich iſt und dieſem ſtark ſaure Eigenſchaften erteilt. Dieſes Gas heißt Chlorwaſſer⸗ ſtoff oder Salzſäure und läßt ſich durch Ammoniak nachweiſen, mit dem es weiße Nebel bildet..
Hebt man einen mit H gefüllten Cylinder aus der pneumatiſchen Wanne, zündet das Gas an und ſtülpt dann raſch den Cylinder über eine Röhre, aus der Cl ſtrömt, ſo entzündet ſich das Cl am brennenden H und brennt in demſelben fort. Cl iſt alſo in Beziehung zu H brennbar, zu O aber nicht. Hieraus folgt, daß die Brennbarkeit der Körper nicht eine abſolute, ſondern eine relative Eigenſchaft iſt.
Ein Raumteil Waſſer löſt bei gewöhnlicher Temperatur d. i. bei 15⁰ 400 Raumteile Chlorwaſſerſtoff oder bei 00 500 Raum⸗ teile und bildet dann die im Handel vorkommende wäßrige Löſung, kurzweg Salzſäure genannt, die an der Luft Nebel ausſtößt, indem die gasförmig entweichende Chlorwaſſerſtoffſäure ſich mit dem Waſſerdampf der Luft zu kleinen Kügelchen verdichtet. Die concen⸗ trierteſte Salzſäure von gewöhnlicher Temperatur enthält ungefähr 40% des Gaſes und hat das ſpec. Gewicht 1,2. Beim Erhitzen der Salzſäure entweicht das aufgelöſte Gas großenteils, indem zuletzt eine verdünnte Löſung übergeht.
Zerſetzt man wäßrige Salzſäure durch den galv. Strom, ſo erhält man am+ Pol 1 Raumteil Cl und am— Pol 1 Raum⸗ teil H, in welchem Raumverhältnis dieſe beiden Elemente ſich auch wieder zu gasförmiger Salzſäure vereinigen. Dies geſchieht jedoch nicht bloß durch Anzünden oder den elektr. Funken wie bei Knall⸗ gas, ſondern ſchon ſofort bei Einwirkung des direkten Sonnen⸗ ichts und zwar mit ſolcher Heftigkeit, daß man ein Gemenge von 1 Raumteil Cl und 1 Raumteil H Chlorknallgas genannt hat, deſſen Behandlung die größte Vorſicht erfordert.
Direktes Sonnenlicht, auch Magneſiumlicht beſitzen chem. wirk⸗ ſame Strahlen, d. h. die Fähigkeit, manche Elemente zu vereinigen und einige Verbindungen zu zerſetzen. So iſt Sonnenlicht zur Bildung des grünen Farbſtoffs, des Chlorophylls, in den Blättern der Pflanzen und damit zur Ernährung derſelben unbedingt er⸗ forderlich. Silberſalze.
Die übrigen Waſſerſtoffverbindungen.
Nur mit O und Cl läßt ſich H unmittelbar leicht vereinigen, während dies bei den übrigen Metalloiden äußerſt ſchwierig iſt. Die Anziehung des H zu den Metallen iſt gering und für uns von keiner Bedeutung.


