Aufsatz 
Methodischer Leitfaden der unorganischen Chemie : Induktive Einführung in das Verständnis chemischer Vorgänge unter Berücksichtigung der Thermochemie : für höhere Lehranstalten / von L. Knöpfel
Entstehung
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3. Auch bei ſtärkſter Vergrößerung laſſen ſich in dem neuen Körper die ihn bildenden Elemente nicht erkennen. Sie müſſen aber in dem neuen Körper noch vorhanden ſein, da man ſie aus ihm wieder herſtellen kann. Weil alle Körper aus kleinſten Teilchen beſtehen, ſo nimmt man an, daß bei der Vereinigung zweier Elemente zu einem neuen Körper ſich kleinſte, ſinnlich nicht mehr wahrnehmbare Teilchen der Elemente aneinander lagern. Dieſe Annahme macht es verſtändlich, warum nur bei unmittelbarſter Berührung der Elemente ihre Ver⸗ einigung erfolgt. Gegenſatz zu den phyſikaliſchen Ferne⸗ wirkungen durch Vermittlung des Äthers: Fallen eines Körpers, magnetiſche Anziehung durch Glas hindurch u. ſ w.

Die Bildung von Schwefeleiſen kann man durch die Gleichung

ausdrücken Eiſen+ Schwefel= Scheefeleiſen,

d. h. kleinſte Teilchen Eiſen verbinden ſich mit kleinſten Teilchen Schwefel zu kleinſten Teilchen Schwefeleiſen.

Die einfachſte Annahme wäre nun die, daß ſich immer je ein kleinſtes Eiſenteilchen mit je einem kleinſten Eihuefe michen zu einem kleinſten Teilchen Schwefeleiſen vereinigte, ſodaß wir unſere obige Gleichung ſchreiben könnten

Fe+ 8= Fe S.

Dieſe kleinſten Teilchen der Elemente, Fe und 8, heißen Atome. Die Atome vereinigen ſich zu einem Molekül, das iſt das kleinſte Teilchen eines zuſammengeſetzten Körpers. Bei der Teilung eines Elementes gelangt man zu den Atomen, bei den zuſammengeſetzten Körpern zu den Molekülen. Die Atome muß man als unteilbar annehmen, weil man bei einer unendlichen Teilbarkeit zu lauter Nullen käme. Ein Molekül eines zuſammengeſetzten Körpers beſteht mindeſtens aus 2 Atomen ver⸗ ſchiedener Elemente, in die es ſich noch ſpalten läßt.

4. Die uns völlig unbekannte Urſache, vermöge deren die Elemente zu neuen Körpern zuſammen⸗ treten und ſich in zuſammengeſetzten Körpern gegen⸗ ſeitig feſthalten, heißt chem. Anziehung, Verwandtſchaft oder Affinität. Einige Elemente vereinigen ſich leicht, andere ſchwer. Beiſpiele! Die chem. Anziehung der Elemente unter einander iſt verſchieden groß.

5. Die Elemente vereinigen ſich in einem ganz be⸗ ſtimmten, unabänderlichen Gewichtsverhältnis, z. B. Eiſen und Schwefel im Gewichtsverhältnis 56: 32, d. h. je 56 Gewichtsteile Eiſen verbinden ſich mit je 32 Gewichtsteilen Schwefel zu 88 Gewichtsteilen Schwefeleiſen. Ein Üüberſchuß des einen oder