Aufsatz 
Methodischer Leitfaden der unorganischen Chemie : Induktive Einführung in das Verständnis chemischer Vorgänge unter Berücksichtigung der Thermochemie : für höhere Lehranstalten / von L. Knöpfel
Entstehung
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lebhafteſten vereinigen ſich dalium und Natrium mit 8. Man erhitze K oder Na in einem Reagensgläschen zum Schmelzen und trage ſehr vorſichtig ganz allmählich S ein. Unter lebhafteſtem Er⸗ glühen entſteht eine gelblich⸗grüne Maſſe, Schwefelkalium oder⸗natrium, das ſich in Waſſer ſehr leicht löſt und rotes Lakmuspapier ſoſort blau färbt.

Ergebnis: Die Schwefelmetalle entſtehen vielfach unter Licht⸗und Wärmeentwicklung durch Einwirkung von Schwefelauf die Metalle bei höherer Temperatur. Die Sulfide der leichten Metalle ſind löslich und färben rotes Lakmuspapier blau, die Sulfide der ſchweren Metalle ſind unlöslich.

Die in der Natur vorkommenden Schwefelmetalle.

Umſtände, die bei jedem geniſten Vorgang zu berückſichtigen ind. 1. Bei jedem chemiſchen Vorgang entſteht ein

neuer Körper mit neuen Eigenſchaften; nur das Ge⸗ wicht der Elemente bleibt erhalten.

Bei den phyſikaliſchen Er⸗ ſcheinungen erleiden die Körper, an denen man die Erſcheinung wahr⸗ nimmt, keine ſtoffliche Veränderung. Phyſik.

Platindraht iſt nach dem Glühen in einer Flamme ganz unverändert.

Schwefel erhitzt, ſchmilzt und ſiedet, iſt aber nach dem Ab⸗ kühlen wieder der urſprüngliche gelbe Stoff.

Schmelzen, Verdampfen, das Tönen eines Körpers. Beiſpiele aus dem täglichen Leben!

Bei den chemiſchen Er⸗ ſcheinungen erleiden die Körper, an denen man die Erſcheinung wahr⸗ nimmt, eine ſtoffliche Veränderung. Chemie.

Magneſiumdraht verbrennt zu einem weißen Pulver.

Schwefel verbrennt mit blauer Flamme zu einem farb⸗ loſen, aber ſtechend riechenden Gaſe.

Das Verbrennen von Holz, Petroleum, Stearin, Spiritus; das Roſten. Fernere Beiſpiele!

2. Bei den chemiſchen Erſcheinungen bleibt uns auchbei genaueſter Betrachtungdereigentliche, innere Vorgang verborgen. Wir ſehen zuerſt nur die die Erſcheinung hervorrufenden Körper mit ihren Eigenſchaften, dann ganz un⸗ mittelbar darauf einen ganz neuen Körper mit neuen Eigenſchaften. Was zwiſchen dieſen zwei Zuſtänden liegt, bleibt, abgeſehen von Licht⸗ und Wärmeerſcheinungen, unſerer ſinnlichen Wahrnehmung verſchloſſen. Durch bloße Anſchauung iſt es unmöglich, den inneren Vorgang auch der einfachſten chem. Erſcheinung zu ergründen.