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nahme. In keiner größeren Wirtſchaft kann Getreide⸗Regiſter, Molkerei⸗Regiſter, Taglohe eaiſter entbehrt werden. Das Tagebuch iſt als Nachſchlagebuch ſehr zu empfehlen, macht aber viel Arbeit und iſt nicht unbedingt nötig. Wer Viehzucht mit Erfolg treibt, wird Viehzuchtregiſter führen, das Beſtellungs⸗ und Ernte⸗Regiſter ermöglicht den beſten Überblick über den Feldbau in techniſcher Beziehung und beide Regiſter zuſammen liefern eine geſchichtliche Darſtellung des Wirtſchaftsbetriebes, zeigen genau jeden Fortſchritt und Rückſchritt und gewähren, eine längere Reihe von Jahren durchgeführt, dem Wirtſchaftsleiter hohe Befriedigung. Je nach Größe und Einrichtung des Betriebes können auch noch andere Bücher geführt werden, z. B. Lohn⸗ und Deputat⸗Regiſter, Düngerausfuhr⸗Regiſter, Bücher für techniſche Nebengewerbe, wie Brennerei, Ziegelei u. ſ. w. Sehr vorſichtige Wirtſchafter ſtellen auch alljährlich Voranſchläge auf, z. B. Futter⸗, Naturalien⸗, Geld⸗Voranſchlag, doch iſt dabei ſtets dem Schüler einzuprägen, daß wenige gut geführte Bücher beſſeren Aufſchluß geben als viele nachläſſig geführte.
Einfache oder doppelte Buchführung?
Die einfache Buchführung zeigt in der Reinertragsberechnung das Geſamtergebnis der jährlichen Wirtſchaftsführung, die doppelte Buchführung vermag dagegen auch die Rentabilität der einzelnen Betriebs⸗ zweige nachzuweiſen und erfordert dementſprechend bedeutend mehr Arbeit. Iſt in kleinerem Betriebe der Wirtſchaftsleiter perſönlich ſehr in Anſpruch genommen und hat keine Hülfskraft für ſchriftliche Arbeiten zur Verfügung, ſo wird ſich unter allen Umſtänden die einfache Buchführung empfehlen. Mit Hülfe von Tage⸗ und Arbeitsbuch, von Getreide⸗Regiſter und Molkerei⸗Regiſter läßt ſich auch bei der einfachen Buch⸗ führung aus dem nach angegebener Weiſe eingerichteten Kaſſenbuche in arbeitsfreier Winterszeit recht wohl die Rentabilität von Getreidebau und Viehzucht berechnen. Laſſen wir im Unterrichte auch die Schüler einige ſolche Berechnungen vornehmen, ſo werden ſie dahin gelangen, ſich ſelbſt die Grundſätze der doppelten Buchführung zu entwickeln.
Wir verſuchen es zunächſt mit dem ſcheinbar Schwierigſten, mit der Rentabilitätsberechnung der Milchviehhaltung des der Gutsbeſchreibung zu Grunde gelegten Gutes, indem wir die Frage ſtellen: Was hat der Kuhſtall im Laufe des Rechnungsjahres erhalten, was hat er dagegen geliefert? Erhalten hat er den Wert des Viehſtandes am Anfange des Jahres, zugekauftes Vieh während des Jahres, das Futter für die Tiere, die Wartungskoſten, Unterhaltung des Stalles, der Stall⸗ und Molkerei⸗Geräte, unter Umſtänden auch die Koſten des Milchfuhrwerks(von Kapitalzins wird abgeſehen). Geliefert hat der Kuhſtall den Wert des Viehſtandes am Ende des Jahres, den Wert der im Laufe des Jahres verkauften oder geſchlachteten Tiere, den Wert von Milch und Molkereiprodukten und den Wert des Miſtes. Den Wert des Viehſtandes am Anfange und Ende des Jahres finden wir in der Vermögensaufnahme, das zu⸗ gekaufte Vieh im Kaſſenbuche; das aus der Wirtſchaft gelieferte Futter läßt ſich zuſammenſtellen aus dem Naturalienbuche und es werden hierfür die Marktpreiſe der Gegend(am beſten Durchſchnitt der letzten 3 Jahre) eingeſetzt.“ Der Wert des zugekauften Futters findet ſich im Kaſſenbuche. Die Wartungskoſten beſtehen in Lohn und Unterhalt des Stallperſonals, erſterer ſteht im Kaſſenbuche, die Koſten des Unter⸗ halts wurden bei der Haushaltsnaturalrechnung zuſammengeſtellt. Die Koſten für Stall⸗ und Gerät⸗ Unterhaltung finden ſich gleichfalls im Kaſſenbuche, wo auch der Wert der verkauften Tiere und Molkerei⸗ produkte verzeichnet iſt. Der Wert der für das Haus geſchlachteten Tiere und dafür verwendeten Molkerei⸗ produkte findet ſich in der Haushaltsnaturalrechnung. Der Wert des Miſtes wird vorläufig außer Rechnung gelaſſen und die Summe von„Hat erhalten“ mit„Hat geliefert“ verglichen. Zum Erſtaunen der Schüler iſt die erſtere in der Regel größer und die Differenz beider Summen ergiebt dann die Erzeugungskoſten des Stallmiſtes. Teilt man den erhaltenen Reſt durch die Zentnerzahl des erzeugten Miſtes(250 Ztr. auf das Stück Großvieh à 10 Ztr.), ſo erhält man den Selbſtkoſtenpreis für den Zentner Stallmiſt. Je höher die Rentabilität des Kuhſtalles, um ſo billiger ſtellt ſich der Miſt, deſſen Erzeugungskoſten zwiſchen 10 und 50 Pfennigen pro Zentner ſchwanken können, der aber allerdings nach der Menge des verabreichten Kraftfutters auch ſehr verſchiedenen Wert hat.
* Es ſei beigefügt, daß hier Rauhfutter und Hackfrüchte ſtändig guten Marktpreis haben wegen der Nähe der großen Städte Frankfurt und Darmſtadt. Das Grünfutter kann in dieſem Falle zu Heu, wie 1:4 berechnet werden. Auf abgelegenen Gütern und in ſchwach bevölkerter Gegend, wo das Rauhfutter keinen Marktpreis hat, befolgt man am beſten die alte Methode, Stroh gegen Stallmiſt außer Rechnung zu laſſen und bei„Hat erhalten“ anzuſetzen: Wert des Viehſtandes, zugekauftes Vieh, zugekauftes Futter, Wartungskoſten und Stallunterhaltung, bei„Hat geliefert“ ganz wie oben mit Ausnahme des Miſtes. Es wird ſich dann ſtets ein Überſchuß bei„Hat geliefert“ ergeben, welcher den Wert des ſelbſterzeugten Futters ausdrückt und aus dem die Verwertung von 1 Zentner Heu, Runkelrüben, Kartoffeln u. ſ. w. nach den Nährſtoffeinheiten leicht berechnet werden kann. Dieſe Preiſe ſind dann auch bei den Erzeugniſſen des Ackerbaues zu Grunde zu legen.


