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„einseitigen Intellektualismus, der die deutsche Schule all- zu lange beherrscht hat, zurückzudrängen zugunsten einer vielseitigeren Bildung, die auch die praktischen Kräfte der Jugend zur Entfaltung bringt und als Erziehungsmittel nicht nur Wissen und Verstehen, sondern auch Tüchtigkeit im Schaffen und Handeln im Auge hat“.
Aber das Wichtigste zuletazt! Wodurch ist es unseren braven Truppen mõglich, den gewaltigen Massen nicht nur zu widerstehen, sondern sie sogar zu werfen? Es ist die beispiellose Manneszucht, gestehen wir es uns nur offen: der so viel geschmähte preußische Drill. Ohne diesen würden wir trotz aller Begeisterung unserer braven Krieger kaum Erfolge erringen können. Wir wissen, daß die Be— schuldigungen gegen unsere Heere, welche die Feinde so zahlreich verbreiten, gemeine Lügen sind, wir sind sprachlos über die Heuchelei und Verleumdung unserer Gegner; wir sind überzeugt, daß unsere Soldaten auch im feindlichen Land sich würdig benehmen. Aber ohne strenge Zucht wächst ein zuchtloses Geschlecht heran. Das erste Gebot Friedrich Paulsens:„Lerne gehorchen!“ wird jetzt wohl allgemeine Zustimmung in der Jugenderziehung finden. Darum ist es ernste Pflicht, gegen die Ausschreitungen einer besonderen Jugendkultur, wie sie„der Anfang“ u. dergl. predigen, energisch vorzugehen. Ein großes mensch- liches Gemeinwesen ohne eine stramme Ordnung wird früner oder späâter zerfallen. Deshalb muß die hõhere Schule vor allen Dingen gegen jede Verzärtlichung der Zöglinge Front machen ohne Rücksicht auf Klagen und Jammern weichlicher Eltern und auf ihre mehr oder weniger ehrgeizigen Wortführer in Gemeindevertretungen und anderswo. Verstäandige Eltern werden die heilsame Not- wendigkeit einer ernsten Erziehung selbst einsehen und die Lehrer darin unterstützen. Daß ich damit natürlich nicht ein hartes und rohes Behandeln des heranwachsenden Geschlechts befürworten will, ist selbstverständlich. Ein


