Aufsatz 
Über die Orestessage, mit specieller Berücksichtigung des Aeschylus, als Beitrag zur Religionsgeschichte des Altertums / Klingender
Entstehung
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ist sie auch nicht, sie erscheint vielmehr als bewuste Trägerin des alten Fluchs, welcher auf dem Hause der Pelopiden liegt, und als zu dessen Erfüllung berufen. Aber nun, nach- dem Agamemnon den Fluchgottheiten als ein neues Opfer gefallen ist, ist Klytämnestra's Verlangen nach Rache gestillt; nun ist genug des Leides, sagt sie(Ag. 1588) und wünscht, dass der Dämon der Plistheniden dies Haus verlassen und ein anderes Geschlecht durch selbstmörderischen Kampf aufreiben möge; ja ein auch nur geringer Theil der Habe sollte ihr genügen, wenn sie den Wahnsinn des gegenseitigen Mordens aus dem Palast bannen könnte(Ag. 1500 ffl). Darum tritt sie auch mit begütigenden Worten zwischen Aegisthus und den Chor, als diese zum Schwert greifen:die Ungliückserndte ist reich genug; lasst uns nicht neues Leid stiften, und nicht neues Blut vergiessen; wenn der Drangsale nun genug wären, wir nähmen es gern an, die wir unglücklich von dem schweren Zorn eines Dämons betroffen sind(Ag. 1585 ff.).

So schliesst das erste Stück der Trilogie mit der tiefen Sehnsucht, dass das Maas der Verbrechen und Leiden des Hauses gefüllt sein möge; aber noch einmal muss sich ein neuer Sturm erheben, und noch einmal dieselbe Klage der Sehnsucht aus tiefster Brust ertönen. Denn wo ist die Erlösung? wo wird sie enden, wo Ruhe finden die besänftigte Macht des Verderbens?(Cho. 1044)..

Der Gedanke, welcher die Choephoren beherrscht, wird gleich zu Anfang peslinnnnt ausgesprochen, sowohl in den Worten des Orestes v. 18: d Zeë, dGs uée τνασαα α§εμςννμον warods, als auch in den Worten des Chors v. 41: ri 7⁴α% ταυνττμοων εᷣνσνισνοσ αἀιμασναιοοσ π|6οm und v. 58: d? αμμέμαασνι εέακιυπιυ˙ευν˙ν IS02 rooꝙoð rêruςs νos ernren 0d dSS dv. Darin aber, dass das von der Erde getrunkene Blut nicht auseinanderfliesst, sondern zum rächenden Mord gerinnt(wie aus den zur Erde gefallenen Blutstropfen des Uranos die Bluträcherinnen selbst, die Erinnyen, entstanden), ist der Gedanke enthalten, dass Blut Blut fordere, wie denn diess und die Unmöglichkeit anderer Sühnung Orestes selbst und die mit heiligen Opferspenden zu Agamemnon's Grabe geschickten Sclavinnen wiederholt und ganz bestimmt und unbedingt aussprechen, z. B. v. 499: ⁴α π⁴ἀντα ris b‿νε̈ᷣας ³Aν˙ αμιμαρασοςσ εν˙ο, τε 6 ⁄80; V. 63: σℛ ꝙοτε πvτες&εα μαι dον επτ̈νοανονεes T Teoòνυννσι νον εναᷣονe ueαe do uᷣderny, und v. 381: ³λμιάάό᷑,⁴οσ εμμιμνꝙ ꝙνυας σꝓαα T6 νυκς mνενας es rℳd0 Aℳl2,0 xpooαενev α. Die Ubung der Blutrache erscheint freilich dem sehr nüchtern reflectierenden Euripides als etwas SngPuiᷣ˙dες ευμιſ̈νν, d el üv * mσπα νε 6Ʒλνυσσσν ³ε(Orest. 52 4) eine ganz platt rationalistische Anschauung, welche eng damit zusammenhängt, dass diesem Dichter überhaupt das Bewustsein ewiger und ob- jectiv gültiger Normen fehlt, daher bei ihm auch die Erinnyen mit dem allerdings bieg- samen und abzuschwächenden subjectiven Schuldbewustsein identisch werden(Orest. 395) aber bei Aeschylus steht dieser Grundsatz der strengsten Vergeltung, der Satz: Blut fordert Blut, so unerschüttert fest, dass auch der leiseste Zweifel es nicht wagt, ihn an- zutasten, und dass auch die ganze Furchtbarkeit der Situation, in welche Orestes seiner