Aufsatz 
Über die Orestessage, mit specieller Berücksichtigung des Aeschylus, als Beitrag zur Religionsgeschichte des Altertums / Klingender
Entstehung
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Atreus( πααράσνσι dιυνμιςσ μeƷ᷑ςαμ ϑτοιιπσα 2αωeꝛĩνον Soνναυnos) über ihren Gatten die Rache verhängt und den Mann für die Kinder des Thyestes geopfert habe(Ag. v. 1430 ff). Und der Chor, halb stimmt er zu, halb widerspricht er: Dass du unschuldig seist, wer möchte es bezeugen? doch mag der Strafgeist von den Vätern her dein Helfer gewesen sein; gewaltsam wird durch die Ströme des Bluts der Verwandten der schwarze Ares, die Macht des Verderbens, fortgetrieben, der Kampf der Glieder eines Geschlechtes gegen ein- ander wird durch das vergossene Blut fortgepflanzt von einer Generation zur andern. Und in diesem furchtbaren Geschick des Hauses muss der Chor das Walten des Zeus erkennen, des Zeus, der alles fügt, der alles wirkt, ohne den nichts von den Menschen vollbracht wird(Ag. 1415 ff.), so dass sich also nach des Dichters Ansicht in diesem Fortwirken des Fluches, der eine Generation nach der andern ins Verderben reisst, die ewige Gerech- tigkeit offenbart. Denn so lange Zeus auf dem Throne sitzt, bleibt es fest: Wer thut, muss leiden; so ist die Satzung(Ag. 1494). Natürlich kann sich der Chor bei einer sol- chen Ansicht nicht der Hoffnung überlassen, dass mit Agamemnons Ermordung die Kette der Greuel geschlossen sein werde: im Gegentheil, er fürchtet, dass der Blutregen nun- mehr in Strömen fliessen werde;das Tröpfeln hört auf, und schon wetzt die Möra den Mordstahl der Rache zu neuer Unthat(Ag. 1466 ff). So sieht er das theure Königshaus, das Geschlecht, welches an das Verderben festgekittet ist, unrettbar dem furchtbaren Ge- schick verfallen, und findet nirgends eine Möglichkeit, den Fluch aus dem Hause zu ban- nen: xis ονυ αeρ⁵μ☚ονα εαέmσένοο ˙dεμιο εᷣrενμνρται εένυος πρινς d(Ag. 1496). In diese Klage der Sehnsucht, dass doch der Rachegeist aus dem Hause weichen möge, stimmt Kly- tämnestra ein(Ag. 1500 ff.), und zwar nicht heuchlerisch; denn sie ist kein gemeines Weib, und des Hauses Rettung liegt ihr am Herzen, sie fühlt die furchtbare Schwere des Fluches, welcher auf ihrem Geschlechte lastet, und den sie mit erfüllen hilft. Unverkenn- bar tritt sie am Ende ihrer Unterredung mit dem Chor ganz anders auf, als im Anfang derselben; das der That sich rühmen und frohlocken ist mit der leidenschaftlichen Auf- regung gewichen und hat einer ernsteren Haltung Platz gemacht, in der sie mit trübem Blicke und mit Grauen in den Abgrund des Verderbens ihres Hauses hineinblickt(vgl. bes. Ag. 1586 ff.). Es ist zwar vollkommen begründet, was der Chor behauptet, sie sei nicht ohne Schuld; denn sie hat dem Fluchgeist des Hauses nicht willenlos als Werkzeug gedient, sondern ihren Beruf zur Rache dadurch befleckt, dass sie das von ihrem Gatten verübte Unrecht als ihr persönlich zugefügte Beleidigung gefasst und demnach durch des- sen Ermordung ihre persönliche Rachgier befriedigt hat: dass ihr Kind Iphigenia ihr so theuer gewesen, dass ihr Gemahl vor Troja mit den Chryseiden gebuhlt, dass er die Cas- sandra als sein Kebsweib mit nach Mycen geführt, das sind die unheiligen Motive ihrer furchtbaren That; es ist endlich die Genugthuung befriedigter persönlicher Rachgier, was sie, als der gemordete Gatte in seinem Blute da liegt, laut aufiauchzen und unheiligen Sinnes über das Gelingen der List, mit welcher sie ihn umstrickt hat, frohlocken lässt. Eine drαα erroy ist sie dennoch zwar nicht; aber bloss von jenen Motiven getrieben 3*