Aufsatz 
Über die Orestessage, mit specieller Berücksichtigung des Aeschylus, als Beitrag zur Religionsgeschichte des Altertums / Klingender
Entstehung
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Wofür hat Agamemnon mit seinem Tode gebüsst? So wenig es uns befremden darf, dass die verschiedenen diese Frage berührenden Personen je nach ihrer Rolle und ihrem Character dieselbe verschieden beantworten, so wenig dürfen wir es andererseits gering anschlagen, dass der Chor, Clytämnestra und Aegisthus trotz ihrer leidenschaftlich erregten und feindlichen Stellung gegen einander im wesentlichen sich im Einverständnis befinden. Wie sich nun vom Anfang der Tragödie bis zum Abschluss der eigentlichen Handlung unverkennbar ein Fortschritt von trübster, dunkelster Ahnung zu immer grösse- rer Klarheit zeigt, so sind wir zu der Erwartung berechtigt, dass nunmehr, nachdem die Handlung selbst abgeschlossen ist, der Dichter dem Zuschauer die rechten Gesichtspunkte geben werde, um sich in dem inneren Zusammenhang des geschehenen und des noch zu er- wartenden zurecht zu finden. Was nun den Chor anbetrifft, so hat dieser schon vor der Ermordung des Königes es klar ausgesprochen, dass derselbe das von den Vorfahren ver- gossene Blut büssen und durch seinen Tod den Todten(d. h. den gemordeten Kindern des Thyestes) die Vergeltung für andere Mordthaten zahlen werde(Ag. 1270). Des Aegisthus Rede, in der er frohlockend den Tag begrüsst, welcher ihm Rache gebracht, ist ganz darauf gerichtet, auszuführen, dass Agamemnon im Tode da liege, um die Frevel zu büssen, welche seines Vaters Hand begangen habe(Ag. 1513: ro dydα τνd'e νεειεανον έαοσs e, Leꝰs α. rs εᷣiνπνιενονπτσ nxavdς, und v. 1535, nachdem er die Übelthaten des Atreus und den Fluch des Thyestes erwähnt hat: n τονν⁵ε ασσπTvςαναα νν idèeεν ‿αeνμα. Klytämnestra schiebt natürlich, um sich zu reinigen, alle Schuld auf den gemordeten Gatten; der Dike, ihres Kindes Rächerin, der Ate und der Erinnys hat sie ihn geopfert, ihn, der den Misch- krug so vielen fluchbeladenen Übels im Hause gefüllt und nun selbst ausgetrunken hat. Ihre Hand aber, mit der sie ihm den Todesstreich versetzt hat, nennt sie(Ag. v. 1338) eine gerechte Vollstreckerin(diαα Te*). Es ist natürlich, sagen wir, dass das Weib in seiner leidenschaftlichen Aufregung und wie berauscht von dem frisch vergossenen Blute(Ag. 1361), zunächst nur an sich selbst und die ihr persönlich von dem Gatten zu- gefügten Beleidigungen denkt, an ihres Kindes Opferung und die durch Agamemnons Um- gang mit Troerinnen verletzte eheliche Treue; je mehr sich aber ihr Gemüth sammelt und beruhigt, blickt sie tiefer, und als der Chor den Fluchdämon nennt, der in das Haus der Tantaliden einbreche und wie ein verhasster Rabe über dem Leichnam stehe, da ergreift sie begierig dies Wort und entgegnet(Ag. v. 1409 ff.):

voy d'οꝓοσσς σm⁶ιμμιασνιοοηννρ ro piναeννντον do⁴εμνα εέ̈νν ũde xεααμιν exæ roĩ ³mμσσςο α‿εμμιαιονοιινες velgn rpᷣscera ονν εααταια‿αμνη̈να TD TA⁵.όι ⁴eο vεdς αο. Ja, sie wagt sogar die in ihrem Munde wie entsetzliche Lüge klingende, und doch nicht unwahre Behauptung, dass dem Weibe des Todten gleichend der grimmige Rachegeist des