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Die bangen Ahnungen des Chors erfüllen sich schnell. Da wir es hier nicht mit einer Würdigung der Orestee aus ästhetischen Rücksichten zu thun haben, sondern mit der Darlegung der darin niedergelegten sittlichen und religiösen Gedanken, so müssen wir es uns versagen, dem Dichter im Einzelnen zu folgen, wie er vor der Seele der Gott- begeisterten Seherin Cassandra die ganze Reihe der Greuel im Atridenhause, die früheren wie die noch zukünftigen, vorüberziehen lässt; überhaupt dürfen wir im folgenden uns kurz fassen, weil das Verständnis dessen, was in der Tragödie Agamemnon jenseits der RKatastrophe liegt, sich aus dem bisher entwickelten leicht ergeben wird. Nur bei den- jenigen Worten, welche Cassandra von v. 1110 an onicht mehr in Räthseln“ redet, müs- sen wir einen Augenblick verweilen, weil sie in diesen Versen es mit völliger Klarheit ausspricht, was das Verderben des Pelopidenhauses sei:
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9νειμ̈ν8οωꝙꝓ, odz?ꝓρωονο εo οd ed X†e
2⁴ι μνπάη mπᷣαρμαιιυι, ς Spaœανε dαν νπιάαʒEν,
896&⁴ον α‿μα ,σςσς εέν d,⁴οςσς εινεε,
diςρνεένασασαοο ο, νꝙ νÆειꝓνοασν.
Oενοωνσσο d' υνμέιννν d‿ιõr_ḡErbo&εενα
ντ⁵αρνρ νε ν śeα ν meά̈πσαν
edννυας ⁴dενιςο τ πανπονυνπταιι νυσνεεe?g. Darauf weissagt sie des Königes Ermordung und dass Orestes, von den Göttern gesandt, einst heimkehren werde, um die Blutrache auszuüben und das Verderben des Atridenhauses bis zum höchsten Maas zu steigern(dras râοde Sιόνν †iναοαια Agam. 1215). Jene Worte, welche Aeschylus der Cassandra in den Mund legt nicht als deren Ansicht, son- dern als die ihr von dem Gott eingegebene Wahrheit, bezeichnen das Geschlecht der Pe- lopiden als ein den Gottheiten des Verderbens unrettbar verfallenes; Orestes ist bestimmt die Greuelkette zu schliessen, d. h. keineswegs, wie man es wohl verstanden hat, den Greueln ein Ende zu machen, was nach des Dichters Meinung ausser aller menschlichen, ja kaum in der Macht der Götter lag, sondern was noch fehlte an dem vollen Maase des Verderbens, durch seine That, die furchtbarste unter allen, hinzuzuthun, so dass sich nach dem Muttermorde nothwendig und wie von selbst die Frage erheben muste, ob es aus dieser Tiefe des Verderbens keine Erlösung gebe.
Doch ehe wir dahin gelangen, zu sehen, welche Lösung diese Frage bei dem Dich- ter gefunden hat, und zu untersuchen, wer die finstern Mächte der Unterwelt eigentlich sind, welchen das Atridenhaus verfallen ist, sei es erlaubt, aus den Unterredungen des Chores mit Aegisthus und Klytämnestra in dem letzten Theile des Agamemnon die bedeut- samsten Stellen herauszuheben, um aus denselben sowohl über die That der beiden Mör-
der, als auch über den Character der Thäter unser Urtheil festzustellen. 3


