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zu Hand gehende Kette des Unheils erzeugt, wie Bernhardy meint(griech. Litt. II, p. 714), sondern es findet eine wirkliche Vererbung statt, und die Atriden büssen nicht bloss ein jeder seine eigene, sondern auch die Gesammtschuld ihres Geschlechts. Es scheint unserm Zeitalter nichts schwerer zu fallen, als etwas in seinem innern organischen Zusammen- hang aufzufassen, daher denn die Gelehrten, welche über die Orestessage geschrieben ha- ben, sich fast alle bemühen, jene Greuelthaten des Pelopidengeschlechts von einander zu isolieren und die Sache so darzustellen, als wenn„Freiheit des Willens ungd sittlichen Thuns“ bei den Pelopiden wirklich„ unangetastet bleibe“, und als wenn es ganz bei dem einzelnen gestanden habe, ob er sich durch sein eigenes Thun an der Schuld des Ahnherrn betheiligen und so den Fluch des Geschlechtes auch auf sein IIaupt laden wolle, oder nicht. Dem ist ganz anders, sowohl in der Wirklichkeit, als auch nach griechischer Ansicht. Was den Aeschylus speciell anlangt, so spricht er es Agam. 710 als seine nicht von allen getheilte Meinung aus, dass einer verruchten That andere entspriessen, welche ihrem Ur- sprung gleichen, dass alter Frevelmuth neuen Frevelmuth und einen unheiligen, unbesieg- baren Strafgeist(dalμν sonst auch àƷασω genannt, welchen Klytämnestra Agam. 1434 den Vollstrecker der Rache für die Opferung ihrer Tochter nennt), die wilde Macht des schwarzen Verderbens erzeuge. So werden also nach des Dichters Ansicht die Sünden und der nichts göttliches achtende Uebermuth der Menschen dadurch gestraft, dass der Frev- ler(und sein ganzes Geschlecht) einer unheiligen, unbezwinglichen dämonischen Macht (àriερος, duιν daανμανν) verfällt, welche ihm den furchtbaren Muth(Sp⁴ασο) zu neuen Freveln gibt und, indem also Sünde durch Sünde gestraft wird, ihm den Weg des Ver- derbens bereitet. Wir werden, dem Gange der Handlung in der Orestee möglichst fol- gend, auf diesen Gegenstand später zurückzukommen Gelegenheit haben; hier haben wir zunächst zu betrachten, wie Agamemnon von dem Strome des Verderbens ergriffen wird. Angekündigt war es in jenem Sieg weissagenden und zugleich bedenklichen Vorzeichen der beiden Adler auf der Königsburg, und„Kalchas' Kunst blieb nicht unerfüllt«. Auf die ergreifendste Weise führt uns der grosse Dichter(Agam. 191 ff.) den gewaltigen Seelenkampf des Königes vor, den er kämpfen muss, als die Götter durch widrige Winde die Schiffe der Achaeer am Strande von Aulis zurückhalten und durch des Sehers Mund als Preis der Abfahrt das Opfer der königlichen Jungfrau verlangen:
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