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achtens ganz unzweideutig, wie die bedenkliche Seite jenes régag aufzufassen sei. Die nächstfolgenden Verse lauten nämlich also: Hitrvεε*ν⁴‿ν †se αeνάeοοος 0lxον,μο doνιεα, να⁴αμν ustg Terνντοανο⁹,
d. h. denn es weilet(im Haus der Atriden) eine furchtbare, von neuem sich erhebende, hinterlistige Haushüterin, die(der frühern Frevel) eingedenke, die Kinder rächende Rach- gier. Die Worte sind so wenig unverständlich, dass man nicht hätte so sehr fehlgreifen dürfen, unter der oizovdaog Soklia die daheim zurückbleibende Königin zu verstehen. Die Sache ist vielmehr einfach diese: Kalchas, der mit allem, was das Atridengeschlecht be- trifft, wohl vertraute Seher, erkennt aus der bedenklichen Seite jenes répas, dass den Füh- rern des Zuges ein schweres Unheil drohe, und spricht seine Besorgnis aus, ob nicht Ar- temis ein zweites Opfer fordern und aus demselben dann neuer Zwist der Blutsverwandten entspringen werde; zu dieser Deutung aber gelangt er durch die Erinnerung daran, dass in dem Hause des Atreus noch jene furchtbare, tückische, der früheren Gräuelthaten ein- gedenke, Hüterin weile. Wenn nun die Worte S*οαα erεεσιμάσν dνονμν ꝙτι dddν ohne Zweifel eine Hinweisung auf das Mahl des Atreus enthalten, das Kalchas in der Schlach- tung der Iphigenia gleichsam wiederholt sieht, so kann die 0 ναοο½ poßepAd nichts ande- res sein, als was Klytämnestra Agam. 1413 29 A⁴νμμάααιομωισνς nennt, die blntlechzende Gier, die durch des Hauses Fluchgeist im Schoosse des Geschlechts genährt wird; es ist der Grimm ob der früheren Blutthaten, der, noch ungesühnt, nicht schläft, sondern tückisch lauert und schon sich aufs neue erhebt, um durch neues Blut das alte der unglücklichen geschlachteten Kinder zu rächen; es ist, um es mit Kassandra's Worten u sagen(Agam. 1118 ff.) der grause Chor der Erinnyen, welcher, eingezogen in das Haus des Atreus, des furchtbaren Schmausers, nachdem er Menschenblut getrunken, nach neuem Blute dürstet.*)
Die eben betrachtete Stelle im Zusammenhang der ganzen Orestessage ist für des Aeschylus Weltanschauung und die des griechischen Alterthums überhaupt sehr wichtig. Aeschylus fasst also alles, was im Hause der Atriden furchtbares vorgeht, als eine inner- lich zusammenhängende Kette von Greueln auf, deren erster Ring die Schlachtung der Thyestiden ist; der zweite ist die Opferung der Iphigenia, welche Kalchas' Sehergeist vorschauend als pelxεον τéeνπτον σιν⁴ρννos, als die Mutter neuen Zwistes im Geschlecht fasst; daran schliesst sich als drittes Glied und ganz ausdrücklich auf jenes Opfer bezogen Agamemnons Mord und endlich die That des Orestes.**) So muss sich jener furchtbare Fluch des Thyestes erfüllen, dass das ganze Geschlecht der Pelopiden untergehen solle, und zwar durch hinterlistigen Mord der Blutsverwandten, durch welchen auch seine Kin- der gefallen sind. Und es ist nicht bloss ein„Schein der Vererbung“, den diese von Hand
*) Val. Nägelsbach, de religionibus Orestiam Aeschyli continentibus, p. 20. **) Vgl. den Schluss der Choephoren. 2*


