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endlich Cassandra in ihrer Gottbegeisterung das hereinbrechende Unheil unmittelbar vorher, als es sich erfüllt, mit dem geistigen Auge sieht und klar, auch in seinem ganzen Zusammen- hange, ausspricht. Die bange Ahnung hat den Sclaven, der auf der Warte des Königs- palastes Wache hält, um das Sieg verkündende Feuerzeichen, sobald es erscheint, seiner Herrin zu verkünden, die ganze Zeit nicht verlassen, und selbst, als nun die Stunde sei- ner Erlösung da ist, mischt sich in die jubelnde Freude über die Heimkehr des lieben Herrn die Klage um das Königshaus, in welchem es nicht mehr so steht, wie sonst. Voll schwerster Sorgen und so, dass er in das Verhängniss tiefer hineinschaut, tritt der Chor der argivischen Greise auf. Er gedenkt der Zeit, wo die griechischen Fürsten sich zum Zug nach Troja sammelten, und vom Zeus gesandt die doppeldeutige Vorbedeutung erschien: zwei Adler, welche eine trächtige Häsin fiengen und mit dem ungebornen Jungen auf dem Dach der Königsburg verzehrten. Er gedenkt der Deutung des Kalchas: die Adler seien die Atriden, das Fangen der Häsin bedeute die dereinstige Zerstörung von Troja; aber das Zeichen habe zugleich eine Seite, nach welcher es ungünstig sei. Die Adler haben die Häsin mit der Leibesfrucht verzehrt— das ist etwas, worüber Artemis, die Schütze- rin und Pflegerin des jungen Wildes, im Reich der Natur zürnt; also, so schliesst Kalchas, denn er weiss nichts gewisses, muss sie gegen das Haus der Atriden einen Groll hegen. Es ist viel gesonnen worden, was die Ursache dieses Grolles gewesen sei. Mei- stens hat man seine Zuflucht zu der bekannten Erzählung genommen, dass Agamemnon eine der Göttin heilige Hindin erlegt habe; aber Schömann in seiner Ausgabe der Eumeniden (Greifswald, 1845) S. 2 und 52 bemerkt mit Recht, dass Aeschylus dies als Grund des Zorns der Göttin anzugeben verschmähe und sucht daher einen Grund, der der Gottheit würdi- ger scheine. Die Deutung aber, welche Schömann selbst von dem Zeichen gibt, dass es die(noch zukünftige) unbarmherzige Vertilgung des troischen Volkes bedeutet habe, ist, so sehr sie sich zu empfehlen scheint, doch auch unhaltbar. Oder konnte die Göttin dem Hause der Atriden zürnen wegen eines noch nicht begangenen Verbrechens, von dem sie nur voraussah, dass es geschehen würde? ja noch mehr! hat es einen Sinn, dass sie ein Opfer heischt und sich auch wirklich bringen lässt,(das der Iphigenia), noch ehe das da- durch zu sühnende Verbrechen geschehen ist? Auf das Opfer der Iphigenia aber weist Kalchas ausdrücklich hin, wenn er im Agam. v. 138 ff. sagt:
1ν d zA‿λιμͥõq—Ialeνα
ui rινάαι deντιναναοωνςσ ‿σeνπσάινςσ ννρονέισςν ε᷑mντ εεdς
dελο³εαας euen,
Orεενυ˙νομμιειμ̈νέια ,Ʒυσα⁵αν εέꝓτ⁴έεαν deνονμν τινν, ddιντο,
pEεαευιν τεειινιονσαό συινμιρνμν— Diese Erwähnung der Opferung der Jungfrau und mehr noch der Gesichtspunkt, unter welchen in den unmittelbar folgenden Versen dieselbe gestellt wird, zeigt uns meines Er-


