Aufsatz 
Über die Orestessage, mit specieller Berücksichtigung des Aeschylus, als Beitrag zur Religionsgeschichte des Altertums / Klingender
Entstehung
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menschlichen, Act hinweggenommen werde, solidarisch verhaftet sei.*) Es ist demnach ein bestimmt begrenzter Kreis, in welchem der einzelne einem Geschlecht angehörige mit einem gewissen Maas von Freiheit sich bewegt, aus dem er aber aus eigener Macht nim- mermehr herauskann. Daher sagt Welker(äsch. Tril. p. 446) von einer der blutigen Tha- ten des Pelopidenhauses, der Opferung der Iphigenia, ganz mit Recht, sie sei nur wie der unglückliche Ring, durch welchen Agamemnon in dem Rreise des alten, seinem Hause be- stimmten Verderbens festgehalten werde. Denn die furchtbaren Unthaten dieses Geschlechts beginnen schon vor Agamemnon, und zwar sind es verschiedene Verbrechen, die in den beiden Zweigen herrschen, in welche Pelops Geschlecht sich spaltet: in dem einen, dem des Thyestes, Ehebruch, in dem andern, dem des Atreus, wilder, hinterlistiger Mord der Blutsfreunde. Die Reihe der schrecklichen Thaten, freilich nicht an einem Blutsverwandten, aber doch an einem eng mit ihm verbundenen verübt, eröffnet Tantalus Sohn Pelops. Um die Hippodamia kämpfend tödtet er hinterlistig den Myrtilus, dem er den Sieg über den Oenomaus verdankte, und wird von dem sterbenden sammt seinem ganzen Geschlecht ver- flucht(Hygin. f. 8S4. Schol. Pind. Ol. I, 114. Eustath. p. 183, 21. Soph. El. 503. Sturz ad Pherecyd. fr. p. 95). Von diesem Mord sagt Euripides(Orest. 995. 1007. 1547. Iph. Taur. 195), sei der Fluch(wνπαισσονοο) in das Haus gekommen, dieselbe Unthat, durch welche der unglückliche Wagenlenker gefallen ist, kehrt in das Haus des verfluchten ein und wendet sich gegen das Geschlecht dessen, der sie zuerst geübt. Schon an des Pelops Söhnen geht der Fluch in Erfüllung, indem der eine der drei von den Händen der bei- den Brüder ermordet wird. Furchtbare Feindschaft entbrennt darauf zwischen Atreus und seinem Bruder Thyestes. Weil der letztere ein Lamm mit goldenem Vliesse aus des Atreus Heerde geraubt und dessen Gattin Aërope verführt hat(worauf Cassandra im Agam. 1125 anspielt; Aegisthus ebend. v. 1515 ff. verschweigt es natürlich), so wird er von die- sem verbannt und sendet aus dem Exil seines Bruders Sohn Plisthenes, den er als seinen eigenen erzogen hatte, mit dem Auftrag, den Atreus zu tödten, nach Mycen. Dieser letz- tere aber erschlägt den Abgesandten und wird so, ohne es zu wissen, der Mörder seines eigenen Sohnes(Hygin. f. 86). Um sich zu rächen, versöhnt sich Atreus zum Schein mit Thyestes, lässt ihn nach Mycen kommen, schlachtet dessen Kinder und setzt ihr Fleisch dem Vater beim Mahle vor. Dieses Greuelmahl, dessen Vorbild übrigens die Mahlzeit ist, welche der Ahnherr des Hauses, Tantalus, ähnlich dem Lycaon, mit dem Fleische seines Sohnes Pelops den Göttern, um sie auf die Probe zu stellen, zurichtete(die peorgric- Xo*.ο)f, ist dem Aeschylus die νιεαςρνρ dn, die Urschuld, von welcher aus sich ein

*) Dass die Nachkommen die Sünden der Vorfahren büssen, ist eine den Alten sehr geläufige Vorstellung. Vgl. Eurip. Hipp. 831. 1380. Iphig. Taur. 195. Alcmaeon. fr. 17. Dindorf. fr. Eur. bei Valkenaer. ad Eur. Hipp. p. 253: ταα τν Trerdyrον σςφ⁴eνάφάασε rods rrνον Se0 roεπαονσαι