— 10—
Hohenpriestern und Schriftgelehrten eine directe antwort auf jene frage v. 23: Sehet, ich bin der Sohn, von dem alle propheten zeugnis abgelegt haben, und der noch zuletzt so kräftig durch Johannes den Täufer und durch das zeugnis vom himmel(Mth. 3, 17) als Sohn geoffenbart worden ist.
Mc. in weiterer ausfürung: er hatte aber außer jenen knechten noch einen einigen, geliebten Sohn, den sante er nun àoeνασον: zuletzt, oder: als den letzten propheten, es ist der letzte beweis der göttlichen barmherzigkeit.— z½ ƷππμοQ ßV; was soll ich thun, sagt der Hausvater(nach Luc.) überlegend, mit diesen törichten menschen? ich will ihnen noch meinen geliebten Sohn senden; wenn sie auch grausam gegen meine knechte gehandelt haben, 2oοςα: vielleicht, wenn sie diesen sehen, — SrrOuπνοQ(ein ausdruck, worin die drei evangelisten wider übereinstimmen): werden sie sich scheuen vor ihm, werden ihm, der ihnen verheißen ist und den sie erwarten, die ehre geben, ihn küssen und ihm dienen mit furcht und sich freuen mit zittern (Ps. 2, 11. 12).— Das öri, welches Mc. hier(v. 6) und auch im folgenden vers davor setzt, bezeichnet nichts anderes, als die directe rede, unser anfürungszeichén.
Wie aber benamen sich die weingärtner gegen den Sohn? ihre bosheit erreichte den höchsten grad und übertraf alle erwartung; denn als sie Ihn sahen, scheuten sie sich auch nicht vor Ihm, der mit so vielen wundern und zeichen seiner göttlichen herlichkeit unter ihnen sich geoffenbart halte, sondern sprachen zu einander(Luc.: dιε⁴⁵οωνιιαωQ˖m᷑ 1100 2᷑.ακιος⁶, sie berieten, verschwuren sich gegenseitig): O5r&oειν—+ Das ist der Erbel— Sowie in der typischen geschichte Josephs die gottlosen brüder den Sohn ihres vaters erkannten, so auch hier; die weingärtner kennen ihn wohl, sie wißen, daß es der Sohn ist, der Herr, dem alles gehört, sie wißen, daß er jetzt rechenschaft von ihnen fordern und ihnen alles nemen wird; dem müßen und wollen sie zuvorkommen.
Und kannten denn die Obersten des volkes Jesum nicht auch? Gewis; denn sagten sie nicht selbst: Meister, wir wißen, daß du warhaftig bist und lehrest den weg Goltes recht(Mth. 22, 16)? bekannte nicht Nikodemus in seinem und in ihrem namen: Meister wir wißen, daß du bist ein Lehrer von Gott komen; denn niemand kann die zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm(Joh. 3, 2)2 kehrten nicht die zu seiner gefangen- nemung ausgesanten knechte der Hohenpriester und Pharisäer unverrichteter sache zurück und sagten, von der kraft der rede Jesu überwältigt: es hat nie kein mensch also geredet, wie dieser mensch(Joh. 7, 26)! Ja, sie kannten ihn wohl und das volk ebenfalls; denn dieses bricht aus in den jubelruf: Das ist warlich der Prophet, der in die welt komen soll(Joh. 6, 140! 4
Sowie dort die brüder sich gegen Joseph verschwuren, also geschah es hier wieder; die weingärtner entwerfen den mordplan, ja sie rufen mit denselben worten(cf. LXX Gen. 37, 20): deντε dπrτeiνμe ανν, auf laßet uns ihn töten! Endlich, wie dort die


