Aufsatz 
Das Gleichnis von den gottlosen Weingärtnern ausgelegt / von Ernst Klinckerfues
Entstehung
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9.

gewesen sein mag; sagt aber weiter von der zweiten sendung einer größeren anzal von knechten gar nichts, welche doch Mc. mit den worten:*α rTroA1οde AAloue(wo ein verb aus dem vorhergehenden supplirt werden muß, cf. Winer, gram. p. 468) angibt.

Da nun die zeit herbeikam, daß früchte konten erwartet und mit recht gefordert werden, früchte der erkentnis Gottes, des glaubens und der heiligung, sante Gott seine knechte, die Propheten, auf außerordentliche weise von Ihm erweckt und mit seinem Geiste ausgerüstet, zu den weingärtnern, den obersten und lehrern in Israel, in seinem namen diese früchte zu suchen und zu finden, ihnen den göttlichen willen näher und klarer zu offenbaren und sie zu überzeugen von ihrem irrtum und ihrer gottlosigkeit unter bedrohung des göttlichen strafgerichts. Aber die gottvergeßenen fürer des volkes verkannten in den widerholten sendungen die langmut und barmherzigkeit Gottes und wollten sich den propheten nicht fügen noch ihnen gehorchen und im besitze ihrer rechte nicht stören laßen, meinten auch ihres ansehens beim volke dadurch verlustig zu gehen und verfolgten sie zu allen zeiten. Die schlechte aufname und grausame behandlung, welche die propheten erfuren, ist geschichtlich begründet. Den Micha*), den Sohn Jemla(1. Reg. 22, 24) und den Jeremias, den Sohn Hilkia(Jer. 20, 2. 37, 15. 38, 6) haben sie geschlagen und ins gefängnis geworfen, den Zacharias ¹), den sohn Jojada, gesteinigt(2. Chr. 24, 31), den Jesaias, den sohn Amoz, auf grausame weise umgebracht, den Uria, den sohn Semaja, mit dem schwerte getötet(Jer. 26, 23); und so sind sie mit vielen anderen propheten Gottes auch umgegangen.(cf. 1. Reg. 18, 3 f- 19, 4 2. Reg. 6, 31. 21, 16. Neh. 9, 26.)

Vers 37 39. Vrον§ε dmιοστειε*τους τονς τ⁶ν νςν aυτ0, Tꝓανν SyνrαmOm⁶ωντιι τ⁶ν ν ν.

Ol dsεαονοσꝙυο 106 νταεές τ⁶ uον sIoOy gy œναπο⁸ε* 0Dr6g S0*2νοονν ο ꝓqqdeöre, drτοeεεlναυινμε lτν, ucò ναdονιν tiνν εερνονοmπ⁵ανι αoë.

Kal Jaοντες αυετν, ε&ε&αQονρεέμέ τoν dνμπαινυννοε, v dmνιeνα.

Ungeachtet solcher untreue und blutschuld hat der Hausvater diese weingärtner doch verschont und geduldet und zuletzt noch das äußerste versucht, sie zum gehorsam zu bewegen; die göttliche langmut ringet gleichsam mit solcher bosheit.

Scheinbar im gleichnis, indem er die in der nächsten zukunft sich ereignende schreck- lichste that weißagend als eine schon vollbrachte darstellt, färt Jesus also fort; 501800» endlich, in der fülle der zeit, sante er seinen Sohn zu ihnen, und gibt nun den

Anm. Beide, Micha und Zacharias, sind nicht zu verwechseln, jener mit Micha von Maresa, dem propheten des A T., dieser mit Zacharias, dem Sohne Berechia. ef. Mih. 23, 25. 2