Aufsatz 
Das Gleichnis von den gottlosen Weingärtnern ausgelegt / von Ernst Klinckerfues
Entstehung
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neider an die träume glauben und dieselben durch die hinwegräumung Josephs zu nicbte machen wollen, so hoffen hier die mörder durch Christi tod im besitz des erbes: ihrer würde und ihres einflußes zu bleiben; deswegen sagen sie weiter, œeτ⁴αοσνμᷣe᷑νꝙvi έ- und laßet uns sein erbe einnemen. Eigenllich sollte es heißen: d ναεεαμμέν so werden wir es einnemen; denn in demselben sinne bei Mc.: zαι Hνένν εσσαα mꝛꝛεοο- voteia, was die beslimmte, unzweifelhafte folge jener handlung ausdrückt, und bei Luc.: Lv 1⁴ν νμπνινπτιασ O,]dnOOονμεα, damit wir unsere absicht erreichen.

al ατee und sie legten unverweilt ihre hände an ihn, stießen ihn aus dem weinberge, aus ihrer gemeinschaft, aus ihrer stadt, überantworteten ihn den heiden und töteten ihn als ein aus dem lager gebrachtes súndopfer(cf. Hebr. 13, 14 ff.) So haben sie den, der sie genähret mit seinen früchten und getränket mit gutem weinbeerblut, faren laßen und den fels des heils von sich gestoßen(Deut. 32, 13 15). Die umstellung bei Mc.: dreεκsναeĩνzcl esealoy ist eine hysterologie, wie aus den parallelstellen zu erkennen ist.

Warum aber, sollte man wohl fragen, haben die Obersten in Israel ihre augen und herzen abgewendet von der warheit, widerreden und ausflüchte erdacht und selbst dem urteil des heidnischen Pilatus sich widersetzt? aus welchem grunde wüten sie gegen einen von ihnen selbst und vom volke erkanten propheten? Entfremdet von dem glauben ihrer väter und von der erkentnis des wahren Gottes in Israel haben sie, die pfleger und wächter des weinberges, die lehrer und fürer des volkes, den weinberg verwildern, das volk in unwißenheit dahin gehen laßen, haben den weinberg misbraucht, der nur um ihretwillen dasein sollte, ihre eigenen aufsätze an die stelle des gesetzes gesetzt und nicht Gottes ehre, sondern eigenen vorteil, eigene ehre gesucht. Daher sagte ihnen auch der Herr: wie könnt ihr glauben, die ihr ehre von einander nemet! und die ehre, die von Gott allein ist, suchet ihr nicht(Joh. 5, 44)! Wenn auch viele der Obersten an Ihn glaubten, so bekanten sie es nicht um der Phärisäer willen, daß sie nicht in den bann gethan würden. So hatte also der teufel sein werk in ihnen und trieb sie wider vernunft und überzeugung zur raserei, daß sie das äußerste wagten, ja daß das ganze volk rufen konnte: Sein blut kome über uns und unsere kinder!

Wie aber jene Propheten des A. T. verfolgung und trübsal zu erleiden hatten, so ist es auch in der christlichen kirche zu allen zeiten den treuen hirten ergangen und wird das loß eines jeden frommen knechtes des Herrn sein bis an das ende der tage. Der Herr hat es ja von anfang an den Aposteln vorhergesagt, daß es ihnen ebenso gehen werde und sie mit hinweisung auf sein beispiel zur beharrlichkeit und zum treuen festhalten und frei- mütigen bekentnis mit den worten ermutigt: der jünger ist nicht über seinem Meister, haben sie den Hausvater einen Beelsebub geheißen, wie viel mehr werden sie seine hausgenoßen

also heißen(Mih. 10, 16 ff); sie aber sollen sich freuen und fröhlich sein, wenn sie solches 2*