Aufsatz 
Das Gleichnis von den gottlosen Weingärtnern ausgelegt / von Ernst Klinckerfues
Entstehung
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wie Luc. 3, 7. cf. Mth. 3, 7. Man hat gemeint, Jesus habe sich von den Schriftgelehrten und Pharisäern abgewendet und an das volk insbesondere seine rede gerichtet; daß aber der Herr diese seine zweite parabel auch an die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Aeltesten richtete, erhellet aus den worten Luc. 20, 19: à νυ☛⁶ασ+, auch war es ja Jesu absicht, daß sie sich selbst das urteil sprechen sollten.

d*νοο.* lxod., ein Mensch, der ein Herr des hausgesindes war, (Luther: ein Hausvater), das ist der Herr Zebaoth, der Mensch gewordene Sohn Gottes, durch welchen alles geschaffen, das im himmel und auf erden ist(Mc. und Luc. sagen daher kurz und mit nachdruck:.ν˙πmαG).

Sqpοr. d.οαlα. der pflanzte(das pflanzen begreift die ganze einrichtung, bearbeitung und pflege des weinberges überhaupt, also auch die umzäunung, die anlegung der kelter und die erbauung des turmes, weshalb auch Luc. die letztern näheren angaben ganz wegläßt) einen weinberg,(dνμπτεᷣεανσάα 8272 bedeutet eigentlich jede edle pflanzung überhaupt, besonders einen weingarten Deut. 28, 30. Jer. 31, 5. vollständig: e0 822 Jes. 27, 2. man legte denselben gewönlich auf bergen, an felsen an, bisweilen auch in ebenen, wo überhaupt gute bewäßerung möglich war) und gründete also durch die berufung und erwälung des volkes Israel die kirche des A.T.; das irdische vorbild dazu hatte er durch Noah geben laßen, dessen weinberg auch zu einem gerichte fürte. Gleichwie keine edle pflanzung, also auch kein weinberg von sich selbst entsteht und besteht, er werde denn gepflanzt, d. i. angelegt und gepflegt und bewaret von innen und außen; so hat auch die kirche Gottes ihren ursprung, ihr gedeihen und fortbestehen allein von Gott. Die ersten pflanzen, die ersten edlen reben, die er nach vielen, durch die lange reihe der Patriarchen hin getroffenen vorbereitungen hineinsenkte, sind die erzväter Abraham, Isaak und Jakob gewesen, mit denen er seinen gnadenbund aufrichtete, die er nach seiner verheißung groß werden ließ und dann als einen fruchtbaren weinstock aus Aegypten(Ps. 80, 9) ausfürte in ein gut land, auf einen fetten hügel(Jes. 5, 1: r 12 ſo= auf einem horne des sohnes des oeles), in das land Kanaan, den erhabenen, rings von bergen umgebenen ort.

oοα&m⁴ιασ+ er umgab ihn mit einem zaune, bei Mc. fehlt οι. Wenn auch Jes. 5, 2 Ppy eigentlich behacken, umgraben heißt, so bleiben wir doch bei der Luther'schen übersetzung= LXX: er hat ihn verzäunt, was auch Jes. 5, 5. sich widerfindet*). Man befridete den weinberg, sei es mit einer wand, mauer(*½ qNum. 22, 24. Prov. 24, 31.) oder mit einer dornhecke, einem zaune(e) oder mit beiden zugleich(Jes. 5, 53 zum schutz gegen die wilden tiere.

Unter dem zaune werden zunächst verstanden die grenzen Kanaans, innerhalb derselben hatte Gott seine kirche eingeschloßen; geistlich aber bedeutet der zaun das ganze am Sinai

Anm. Auch de Sacy übersetzt: il l'environna d'une haie.