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für einen Aeyoc értdeirinéc, und dem entſpricht der rein formaliſtiſche Standpunkt, den er zum Theil in der Rede ſelbſt einnimmt: 4,10. verlangt er vom Redner, daß er nicht auf die Neuheit des Gegenſtands, ſondern auf die Art der Behandlung alles Gewicht lege, während er 4,74. umgekehrt auf die Schwierigkeit aufmerkſam macht, daß er als der Letzte über einen Gegenſtand zu ſprechen habe, der ſchon ſo vielfach behandelt ſei; und 15,81. ſtellt er gar den Redner deßhalb über den Geſetzgeber, weil letzterer das Gute nehmen dürfe, wo er es finde, erſterer dagegen immer Neues in neuer Form vorbringen müſſe. Auf der andern Seite macht er ebenſo entſchieden den überwiegend, ja ſogar ausſchließlich praktiſchen, beziehungsweiſe ſittlichen Endzweck ſeiner Reden geltend, ſo 13,21., wo er die arlslusza als erſtes Ziel ſeiner Thätigkeit bezeichnet, noch mehr 15,67., wo er rundweg als das, worauf alle ſeine Reden abzielen, die εαακιαοσονκν αςρε bezeichnet. Ja ep. 6,5. ſagt er ſogar, er habe niemals, weder früher noch jetzt, Epideiktiker ſein wollen, was freilich das große Publikum nicht erkannt habe. Das iſt nun freilich, wie die zu Anfang des Abſchnitts citirten Stellen zeigen, einfach nicht richtig, ſondern eine dem vorliegenden Zweck entſprechende Übertreibung. Wohl aber kann man dieſe entgegengeſetzten Außerungen hinſichtlich der Frage in Übereinſtimmung bringen, was denn nun des Jſokrates wahre Meinung geweſen ſei. Er gibt ſelbſt die Antwort, wenn er 4,4. 15,46.47. von den Reden verlangt, daß ſie zugleich nützen und glänzen; und zwar iſt dies von Iſokrates nicht etwa bloß im Sinn einer Verbindung zweier verſchiedener, einander parallel laufender Forderungen gemeint, ſondern nach ſeiner Anſchauung wird jede dieſer Forderungen immer nur dadurch erfüllt, daß zugleich der anderen genügt wird. Es entſpricht dies ganz genan der iſokratiſchen Auffaſſung von den Xeyoz, bei denen er ja nirgends, wie wir geſehen haben, zwiſchen Form und Inhalt unterſcheidet. Einerſeits nemlich thun immer nur die nach allen Regeln der Kunſt ausgearbeiteten Xéyo die gehörige Wirkung 4,49. 15,47., und andrerſeits iſt es für die Wirkung einer Rede ſehr weſentlich, daß ſie ein paſſendes, edles und bedeutendes Thema behandle 15,277., und daß der, welcher ſie hält, durch ſein ganzes Leben und ſeinen Charakter eine Vertrauen erweckende Perſönlichkeit ſei 15,278. So iſt der Nützlichkeitsſtandpunkt, der ja auch dem Skeptizismus des Iſokrates, ſo weit von einem ſolchen die Rede ſein kann, zu Grunde liegt, die höhere Einheit, in der ſich das formelle und das ſachliche Intereſſe der Rede und des Redners friedlich zuſammenfindet. Von ihm aus finden alle auf die Thätigkeit des Iſokrates und ſeiner Berufsgenoſſen bezüglichen Erſcheinungen ihre Beurtheilung, die eigenen Anſchauungen des Iſokrates ihre Begründung. Der Sophiſt will tüchtige Schüler haben, die ihm durch ihr⸗Leben und ihren Charakter Ehre machen, weil ſie ſeine beſte Empfehlung beim Publikum ſind 15,220. Gegen die Sophiſten, welche zu viel verſprechen, wird 13,1. als entſcheidender Grund geltend gemacht, daß ſie dadurch den ganzen Stand mißkreditiren, ja 11,48.49. wird die Aroxoyte alagoch“ nicht etwa an ſich verurtheilt, ſondern nur inſofern ſie das ohnedies ſchwankende Anſehen der Oioοlaæ ſchädigt. Der Werth der Xbo deckt ſich genau mit ihrem praktiſchen Nutzen 10,1.6. Und was für die X„os gilt, das gilt, da dieſe ja ſelbſt der Gegenſtand einer eminent praktiſchen Thätigkeit ſein ſollen, für die Auffaſſung des geſamten Lebens. Iſokrates wird nicht müde, Frömmigkeit, Gerechtigkeit, Mäßigung und alle andern Tugenden zu empfehlen, weil ſie dem Menſchen nützen, ihm Belohnungen ſeitens der Götter und Anerkennung und Vertrauen bei den Menſchen eintragen, cfr. 3,30.47.50. 8,33. 15,282., und vor dem Unrecht zu warnen, weil der Menſch zu gewärtigen hat, daß ihm dasſelbe widerfahre, was er ſelbſt thut 3,53.
Es wäre zu verwundern, wenn Iſokrates, dem der Nutzen das entſcheidende Kriterium iſt, ſich von dieſer Anſchauung aus nicht in allerlei Widerſprüche verwickeln würde. Zunächſt nimmt er in allen Fragen der Moral, der Politik und Religion— ſehr im Gegenſatz zu ſeinen ſophiſtiſchen Berufsgenoſſen, aber in dem richtigen Gefühl für das, was beim Publikum empfiehlt— den populären


