Aufsatz 
Das Verhältniß des Isokrates zur Sophistik / von Theodor Klett
Entstehung
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dieſer wirklich von Xsyog die eben entwickelte Auffaſſung hatte. 12,2. nennt Iſokrates ſeine Reden Tαιανταςα τναιινενμινν vuddroy, oUn dAflywy- Avr,- escν* ανισμᷣσςμεσ uxM Tcdν α5υ 13s 6v raæ*ν Syropelaic Siaxlæuroueoy. Hier ſcheint das Wort offenbar beſtimmte Formen im Gegenſatz zum Inhalt, alſo das, was wir Figuren nennen, zu bezeichnen. An andern Stellen aber geht das Wort ebenſo entſchieden auf den Inhalt. So fährt Iſokrates 15,46., nachdem er geſagt, daß ſich die einen mit den Dichtern, andere mit Fragen und deren Beantwortung abgeben, fort: es wäre ſchwer, alle ea, ·ν Abycwy aufzuzählen; hier bedeutet das Wort etwa Spezies. 13,16. nennt er die a⸗ das, es dy rodc Aéyove dravrac gour!fdeuev, alſo etwa die Elemente der Rede, wie ſie in der Dis⸗ poſition zuſammengeſtellt werden, das heißt ihre Grundgedanken. Ep. 6,8., wo Iſokrates ſeine Unter⸗ richtsmethode ſchildert, bezeichnet er die Bea, als dasjenige, wodurch ein Ayoc, beziehungsweiſe ein Abſchnitt des Abyoc, ſeinen Zweck erfüllt, den Hörer in die gewünſchte Stimmung verſetzt oder ihm die Vorſtellung beibringt, die in der Intention des Redners liegt. Damit kann auch nicht wohl etwas anderes gemeint ſein als die Gedanken, welche in dem betreffenden Abſchnitt zum Ausdruck kommen ſollen. Dieſe verſchiedenen Bedeutungen laſſen ſich nur vereinigen durch die Annahme, daß Iſokrates zwiſchen Form und Inhalt überhaupt nicht ſtreng geſchieden habe, ſo daß ihm I2oc, 15e⸗ ganz allge⸗ mein jeden beliebigen Geſichtspunkt bedeutet, unter dem ein Xeyoc aufgefaßt und behandelt werden kann. Dieſer Geſichtspunkt kann an ſich natürlich ebenſo gut ein formeller wie ein ſtofflicher, auf den Gedankenzuſammenhang bezüglicher ſein, aber beide bis zur Unterſchiedsloſigkeit zuſammenfließen zu laſſen, iſt eben nur dann möglich, wenn man das geſprochene Wort als ſolches, in ſeiner untrennbaren Einheit dieſes beſtimmten Inhalts und dieſer beſtimmten Form, als die urſprüngliche Funktion menſch⸗ licher Geiſtesthätigkeit betrachtet. Dieſen Doppelſinn hat das Wort3ea recht deutlich 4,7., wo das Soò rac adrac rodesic Ala aude 1eœc gleich gut heißen kann:dieſelben Handlungen in derſelben Form odermit Durchführung des gleichen Grundgedankens darſtellen, und ebenſo 15,47., wo die dAXai 154 zugleich der Aer‿ir und den& ouhaara als das Genus, unter das dieſe beiden fallen, gegenübergeſtellt ſind.

Sehen wir nun, ob wir nicht mit Hilfe der X6»o als der konkreten Form, in welcher die iſokratiſche Q.³‿οαασοον allein exiſtirt und exiſtiren kann, über das Weſen der letzteren einen genaueren Aufſchluß erhalten können, ſo iſt auch hier die Antwort, die wir erhalten, weſentlich negativ, beziehungs⸗ weiſe ganz unbeſtimmt. Die iſokratiſchen I6yo werden häufig mit der Poeſie zuſammengeſtellt und hinſichtlich des Inhalts wie der Form mit dieſer verglichen, aber an den verſchiedenen Stellen in ſehr verſchiedener Weiſe: während 9,9.10. darauf hingewieſen wird, wie ſehr die auf die eigentliche und gewöhnliche Ausdrucksweiſe angewieſenen X6o, im Nachtheil ſeien gegen die ungewöhnliche, bilderreiche Sprache der Poeſie, hebt Iſokrates 15,47. umgekehrt den poetiſchen Charakter der nach den Regeln der Kunſt verfaßten Abyo hervor. Und während 2,13. der praktiſche Zweck der Aye präcis von dem äſthetiſchen der Poeſie unterſchieden wird, wird 4,82. 186. 9,40. als gemeinſame Aufgabe von Poeſie und Adyo das Asloc elre?, T6 ραyudrcy bezeichnet; eben deßhalb ſind die I6yo ein x οdννεμα ro*τ½ν 13,12., ein Gegenſtand der künſtleriſchen Behandlung. Dies ſchließt nun freilich den prakti⸗ ſchen Nutzen durchaus nicht aus, nur daß Iſokrates nicht geneigt iſt, ihn auch der Poeſie zuzugeſtehen. Vielmehr zeigt die Stelle 15,47.49., verglichen mit 2,13. deutlich, daß Iſokrates die X6yo⸗ als die höhere Einheit der bloß auf das Vergnügen des Hörers berechneten Poeſie und der bloß auf den praktiſchen Erfolg gerichteten Dikographie betrachtet wiſſen will. Während aber in den übrigen oben angeführten Stellen mehr die Verwandtſchaft zwiſchen X4yo und Poeſie betont wird, liebt es Iſokrates, die erſteren zu der Dikographie in einen entſchiedenen Gegenſatz zu ſtellen, efr. 15,2. 30. 47. 49.,

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