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Photo an der linken Wand: Das Löwentor in Mykene. Die Anlage iſt bei einem Umbau der alten Burg errichtet und kann daher als Beiſpiel für den Fortſchritt in der Mauertechnik dienen. Zum Vergleich zeigt man nochmals aus Boſſert, Abb. 37, Taf. 17 oder eine ähnliche. Die Quader ſind jetzt gleichmäßig be⸗ hauen und in regelmäßigen Reihen aufgeſetzt.
Auf Grund der Erfahrung aus der erſten Hälfte der Führung werden die Schüler von ſelbſt den kretiſchen Einfluß annehmen.
Anwendung: Das Bruchſtück eines Silberbechers mit der Darſtellung einer belagerten Stadt, Kat. IV, 859(17445) im lin- ken Teil des Fenſterpultes 7, aus dem IV. Schachtgrab von Mykene.— Vgl. Boſſert, Abb. 238, Taf. 175.
Mauertechnik? Herkunft? Zeit?
Aber auch die kylopiſchen Mauern von Tiryns ſind nicht das älteſte Zeugnis.
Auf dem Plan iſt ein roter Kreis eingezeichnet, d. h. 2 Meter unter dieſen rechteckigen Megaronhäuſern lag ein Rundbau von 26 ½ Meter Durchmeſſer! Auch in Orchomenos hat man die Beobachtung gemacht, daß unter den Megaronbauten Rundbauten gelegen haben!5
Beweis für die Rundbauten:
Mittelſchrank 6, Mittelteil: Tonpyxis aus Amorgos mit Spiralverzierung. Kat. IV, 472(17429).(Die Auffaſſung als Rundhaus iſt umſtritten!).
Steinernes Modell aus Melos: Zentralhofanlage, bei der 7 Rundbauten durch einen Giebeleingang zu einer Einheit ver⸗- bunden ſind.(Kat. IV, 462[17429]; dazu Abb. des Grundriſſes: Boſſert, S. 15.)
Der Grundgedanke der kretiſchen Palaſtanlage wird deuklich, nur daß dort aus den runden viereckige Räume geworden ſind.
Ergebnis: Auf dem Feſtland, in Tiryns und Mykene z. B., haben ſich zwei Baugedanken gemiſcht. Auf einer älteren Schicht, die durch Rundbauken charakteriſiert wird und die ſich aus der Zuſammenfaſſung mehrerer Gebäude zu den großen Palaſt⸗ anlagen mit Zentralhof auf Kreta entwickelt hat, folgt die Schicht der Megaronhäuſer.— Die Klaſſe wird jetzt vor Schrank 3 der Abteilung„Stein⸗ und Bronzezeit außerhalb Deutſchlands“ in demſelben Saal in Verlängerung des erſten Fenſters geführt und beſichtigt im erſten Fach von unten das ſog. Dipylonmegaron⸗ haus.— Dieſe Megaronhäuſer ſind uns aber im Gegenſatz zu Kreta nur in befeſtigten Anlagen begegnet. Wir dürfen alſo
6 Mit dem neuen Haustyp iſt der Rundbau nicht verſchwunden. Kuppelgräber der Megaronleute: Schatzhaus des Atreus in Mykene (Boſſert, Abb. 199—201, T. 149— 151).


