Aufsatz 
Museum und Schule : 1. Teil
Entstehung
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Stellung gegeben, die ihm als Mittelpunkt aller römiſch-germani⸗ ſchen Forſchung gebührkt, und ein Geburkstagswunſch, den v. Duhn in ſeiner Feſtrede zur Feier des 75 jährigen Inſtitutsjubiläums dar⸗ brachte, wäre, was den Lehrernachwuchs anlangt, erfüllt:daß viel mehr jugendliche Kräfte heran müſſen, die hier durch Mitarbeit lernen. Und nicht nur Angeſtellte, ſondern Stipendiaten. Nicht nur in die Mittelmeerländer, ſondern auch hierher ſollten ſolche philologiſch-archäologiſch gut durchgeſchulte junge Männer geſandt werden, ſollten ſich an dem zweifellos am beſten ge⸗ eigneten Or teinarbeiten auch in die Alterkumskunde unſerer lieben deutſchen Heimat und dann hinausgehen in Inland und Ausgland, lernend und lehrend!

Auf dieſe Weiſe wird man den Erwartungen aller inkereſſier⸗ ten Kreiſe ohne nennenswerte finanzielle Mehraufwendungen ge⸗ recht. Die in der Vor⸗ und Frühgeſchichte ausgebildeten Lehrer werden bei ihrem weiteren ſelbſtändigen Forſchen den Rückhalt am Central-⸗Muſeum immer wieder ſuchen und finden, ſie werden ferner dafür ſorgen, daß ihr Wiſſen und Können ihrem Unterrichk dienſtbar wird. Die Schätze des Central⸗Muſeums und der Hei⸗ matmuſeen werden nicht mehr in Magazinen vergraben ſein, die nur der Fachmann aufſucht, ſondern ſie werden unter Leitung des ſachkundigen Lehrers den Schülern die Schöpfungen unſerer Alk⸗ vordern als Anſporn zu neuen Taten in lebensvollen Bildern vor Augen führen ¹.

Zu den vielen Vorſchlägen, wie die Verbindung zwiſchen Schule und Muſeum hergeſtellt werden kann, will auch die vor⸗ liegende Arbeit einen Beitrag liefern⁵; insbeſondere iſt ſie auf die Belange der höheren Schulen und hier auf die des Mainzer Realgymnaſiums eingeſtellt.

Das Verhältnis zwiſchen höheren Schulen und Muſeum wird durch den beſonderen Charakter der Anſtalten beſtimmt. Neben der

4 G. Thillenius, Völkerkunde und Schule, Einführung in die Aus⸗ fellung des,Muſeums für Völkerkunde, Hamburg 1.7. Juni 1925, S. 15,

5 a) Veröffenklichungen d. urgeſchichtl. Forſchungsinſtituts, Tübingen, unkter Leitung von R. R. Schmidt; Zuſammenfaſſung der Ziele: R. R. Schmidt, Die Vorgeſchichte in die Schule, Schwäb. Flugſchriften, H. 2, Stuttgart 1920. b) Fr. Geſchwendt, Die Urgeſchichte in der Schule, Breslau 1926; Organiſation der Zuſammenarbeit, Überſicht über wiſſen⸗ ſchaftliche Literatur, geeignete Schriften für Klaſſenlektüre und Schüler⸗ bibliothek dazu: Mannus XIX, 1927, S. 195. c) C. Mierau, Die Vorgeſchichksforſchung und die Schule inHeimatſchutz und Bodenfor⸗ ſchung, herausgegeben von der AltertumsgeſellſchaftPruſſia, Königs⸗ berg i. Pr. 1927, S. 28. c) Ahnliche Beſtrebungen: Jentralinſtitut für Erziehung und Unterricht in Berlin, z. B. Muſeumslehrgänge, Pruſſia⸗ Muſeum Königsberg, Leipzig. München, Karlsruhe.