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ihnen gegen Friedrich von Staufen als Herzog von Schwaben anerkannt ward. Kaum aber waren dieselben abgezogen, da kam Herzog Friedrich mit einem Heere, welches er aus Ost- franken, Rhätien, Vindelicien, Baiern u. s. w. gesammelt hatte, nach Ulm, um dort das Pfingst- fest zu feiern(12. Mai). Doch da eilte auch schon wieder Welf herbei, und Friedrich sah sich genötigt mit seinen drei Bischöfen schleunigst die Stadt zu verlassen. Welf belagerte darauf ein Schloss in der Nähe von Ulm und eroberte es nach 2 Wochen, ohne dass Friedrich zum Entsatz herangekommen wäre, weil sein Heer den Geguern nicht gewachsen war.
In diese Tage nach Ostern fällt auch die Vermählung des Markgrafen Berthold, Sohnes des verstorbenen Herzogs Berthold, mit Agnes der Tochter König Rudolfs.
Es war Pfingsten geworden, ehe der Patriarch Heinrich und die päpstlichen Legaten in Regensburg bei König Heinrich ankamen. Nur mit Mühe bewogen sie denselben zur An- erkennung der auf der Synode beschlossenen Waffenruhe und Fürstenversammlung. Dann wurden Gesandte an Rudolf und die Sachsen, sowie an Welf und die Schwaben abgeschickt, welche dieselben aufforderten, auch ihrerseits zu dem bestimmten Tage nach Fritzlar zur Ver- handlung der Sache zu kommen. Rudolf und die meisten sächsischen Fürsten erschienen denn auch auf der Versammlung; aber Markgraf Ekbert, ein Vetter Heinrichs IV., war durch feind- liche Einfälle von Böhmen aus zurückgehalten worden, und Welf erschien gleichfalls nicht, weil er kein sicheres Geleit von Heinrich erlangt hatte. Trotzdem eröffneten die päpstlichen Legaten die Versammlung und machten dieselbe mit ihren Aufträgen bekannt. Rudolf und seine An- hänger versprachen nun zwar, dass sie zur Beobachtung der angesagten Waffenruhe und zur Untersuchung der Sache auf einer allgemeinen Versammlung bereit seien; jedoch nur unter der Bedingung, dass, nachdem auch die Gegenpartei zugestimmt habe, gegenseitig Geiseln gestellt würden, da sie sich auf das Wort Heinrichs allein nicht verlassen könnten. Auf diese Bedingung aber wollte der Patriarch und die Anhänger Heinrichs nicht eingehen, da sie nach ihrer Mei- nung ganz unnötig und verletzend für Heiarich wäre; endlich aber mussten sie doch ver- sprechen, als sie sahen, dass die Legaten gleicher Meinung mit den Sachsen waren, dass sie ihren Herrn zur Annahme derselben zu bewegen versuchen würden. Darauf wurde der Tag und als Ort der grossen Unterredung Würzburg festgesetzt und die Versammlung aufgehoben. Die Legaten gingen mit dem Patriarchen zum König Heinrich nach Regensburg zurück. Hier er- klärte ihnen dieser, dass er aus Ehrfurcht und Liebe zum Papst zwar in die Versammlung willigen wolle, jedoch nur unter der Bedingung und zu dem Zweck, dass seine Geguer sich ohne Zögern vor ihm demütigten und Unterwerfung gelobten; sonst aber niemals. Zur Stellung von Geiseln konnte er nicht bewogen werden. Sobald die Anhänger Rudolfs in Sachsen und Schwaben dies hörten, kamen sie erst gar nicht zur festgesetzten Unterredung. Heinrich aber traf mit den päpstlichen Legaten und mit seinen Anhängern zum 15. August in Würzburg ein*) und liess die Versammlung eröffnen. Er verlangte sogleich, dass Rudolf und seine Anhänger als Störer des Reichsfriedens in den Bann gethan werden sollten; im übrigen mäüssten sie auch schon nach dem Beschlusse der Synode verurteilt werden, da sie nicht zu der von ihm an- gesetzten Unterredung gekommen wären. Doch die Legaten waren dazu nicht zu bewegen, und so zerschlug sich die Sache. Darauf brach Heinrich von den Legaten begleitet gegen die Sachsen auf, um sie zur gänzlichen Unterwerfung zu zwingen. Rudolf rückte ihm zwar mit einem Heere entgegen; da er aber zum Widerstande zu schwach war, so setzte er sich mit den weltlichen Fürsten in Heinrichs Heer in Verbindung und bat um eine neue Versammlung zur
*) Berthold p. 321: circa Sanctae Mariae assumptionem.


