Aufsatz 
Der Krieg Heinrichs IV. gegen Rudolf den Gegenkönig (1077-1080) / Klemer
Entstehung
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nachdem er Ring und Stab vom Erabischof erhalten hatte, übertrug ihm Rudolf auch die mit der bischöflichen Würde verbundenen Regalien. Denn dieser hütete sich wohl, sich irgendwie in Gegensatz zu den jüngsten Beschlüssen der Fastensynode zu setzen,*) um dem Papst keinen Anlass zu geben, gegen ihn vorzugehen. Um diese Zeit wohl ist auch der Brief zu setzen, den uns Bruno c. 108 p. 371 mitteilt, in welchem Rudolf und die Sachsen den Papst auffordern, energischer für ihre Sache einzutreten. Denn sie hätten dieselbe nur auf Antrieb des Papstes unternommen; daher sei derselbe zu nachdrücklicher Unterstützung verpflichtet. Dann werden ihm Vorwürfe gemacht, dass er noch immer von zwei Königen rede, während er doch selbst sie von dem Eide, den sie Heinrich geleistet, losgesprochen habe. Und wenn derselbe nun auch wieder in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen sei, so hätten sie doch nicht Heinrich von neuem Treue gelobt, sondern nachdem sie ein Jahr lang ohne König gewesen wären, hätten sie sich einen neuen, Rudolf, erwählt; und somit gäbe es doch nur diesen einen König. Es könne daher von einer erst noch zu treffenden Entscheidung keine Rede sein, denn die Sache sei eben schon entschieden dadurch, dass der Papst sie vor Jahr und Tag ihres Eides gegen Heinrich entband und ihnen befahl, demselben nicht mehr zu gehorchen. Dann beschweren sie sich noch, dass Heinrich sogar vor Rudolf bevorzugt werde, dass sein Name an erster Stelle stehe, dass seine Gesandten in Rom ehrenvoll behandelt würden, während sie kaum in der Lage wären, solche dahin zu senden, weil Heinrich die Wege versperre. Zum Schluss bitten sie, Gregor möge ihnen ihre dreiste Sprache nicht übel nehmen und sie mit allen Mitteln unter- stützen. Allein es ward dadurch nicht das Geringste erreicht; denn der Papst antwortete nur ausweichend und verwies auf seine früheren Forderungen zur Beilegung des Streites.

Heinrich war inzwischen von Köln wieder nach Mainz gegangen und lud infolge des Synodalbeschlusses die sächsischen Fürsten zu einer Vorbesprechung nach Fritzlar ein. Die- selben erschienen auch zu der bestimmten Zeit, sahen sich aber bitter getäuscht, denn es war von Seiten Heinrichs keiner der mächtigern Fürsten erschienen, sondern nur einige vertraute Räte desselben, welche erbitterte Feinde der Sachsen waren. Sie wiesen nun auf die Beschlüsse der Synode hin und meinten, dass die Anhänger Rudolfs dadurch als meineidig verurteilt seien; diese aber erklärten, dass sie die Beschlüsse der Synode billigten und mit Freuden eine Unter- redung der Fürsten begrüssen würden, dass sie die Ankunft des Papstes oder seiner Stellvertreter schon längst erwarteten und sich seinem Urteil unbedingt fügen würden. Darauf wurde von beiden Seiten Waffenstillstand bis zu dem Tage der allseitigen Zusammenkunft zugesagt und von den Sachsen den Bevollmächtigten Heinrichs ein Bote mitgegeben zur definitiven Fest- stellung von Ort und Zeit. Heinrich aber, der bei dieser Gelegenheit nur hatte versuchen wollen, ob er nicht einige der sächsischen Fürsten auf seine Seite ziehen könnte, erklärte, als dies erfolglos geblieben war, dem Gesandten der Sachsen, dass er auf eine Versammlung, wie sie die Sachsen auffassten, überhaupt nicht eingehen wolle, sondern nur aus Liebe zum Papst diejenigen in seine Gunst wiederaufnehmen werde, welche sich reuig und gehorsam ihm unter- werfen würden. Als Rudolf und seine Anhänger dies erfuhren, meinten sie, dass Heinrich nun sicher mit Recht auch nach den Beschlässen der Fastensynode exkommuniziert sei, da er die auf derselben beschlossene Versammlung verhindert habe.

Eine Folge davon, dass die Verhandlungen sich zerschlugen, war, dass Bischof Her- mann von Metz und mehrere andere lothringische Grosse den Hof Heinrichs verliessen und sich

*) Berthold p. 310: ut oboedientissimus erat in omnibus, quod in Romana synodo nuper canonice diſ- finitum est.