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gegen sie schickte der Kaiser den Gaius Aufidius Victorinus, der also wahrscheinlich das Commando in Obergermanien überkam 13s). Didius Julianus, Anverwandter des Kaisers, später selbst Kaiser, wurde Anführer der leg. XXII, welche hier stand. Die Chatten wurden zurückgetrieben. Doch bald darnach vereinigten sie sich mit den Sueven und Marcomannen, und fielen, ohne den Ober- rhein viel zu berühren, in Rätien und Italien ein, wo sie durch Claudius Pompeianus, Schwieger- sohn des Kaisers, und durch Publius Helvius Pertinax, den nachmaligen Kaiser, besiegt und zu- rückgetrieben wurden(165). Der Kaiser kam selbst mit seinem Amtsgenossen, Lucius Verus, nach Deutschland, und sofort wurde die Ruhe hergestellt. Pertinax überkam(168) das Commando der legio I, wahrscheinlich adjutrix, welche vor einiger Zeit von Mainz an die Donau abgezogen war. Eine Pest scheint die Kaiser bestimmt zu haben, schnell nach Rom zurückzukehren 13).
Unter der Regierung des Commodus(180— 193) war Clodius Albinus, später auch Kaiser, am Rheine; er kämpfte gegen die Frisen, stand also vielleicht am Unterrhein. Der Kaiser, feig und wollüstig, erkaufte den Frieden von den Chatten ¹⁴0).
Lucius Fulvius Maximus, Schwiegervater des Kaisers, war um diese Zeit Lanat der beiden Germanien ¹4¹).
Auch Septimius Severus, später Kaiser, befehligte am Rhein, ohne dass wir Näheres wissen (um 187).
In die Regierungszeit dieses Kaisers fallen mehrere hiesige Denkmäler: eine ara, dem Jupiter und dem genius einer centuria geweiht, vom Jahre 182 ¹⁴²); ein Denkmal zu Ehren des Kaisers, dessen Name ausgekratzt ist, gesetzt von einem Veteranen der leg. XXII, welcher Schwerthändler war, vom Jahre 185 14); und aus dem nämlichen Jahre eine ara, dem Jupiter und der Diana geweiht, von einem Zeichenträger der leg. XXII, der Aufseher im Hafen war ¹⁴⁴). Man sieht, die Soldaten der XXII. Legion werden hier heimisch. Weiter gehört in's Jahr 192 eine sehr ver- stümmelte ara, auf welcher alle Legionen, die damals in Ober- und Untergermanien waren, an- geführt zu sein scheinen 14⁵). Endlich fällt noch in Commodus' Zeit eine ara, dem Jupiter für das Wohl des Kaisers geweiht(zwischen 180— 192) ¹46).
In die Zeiten des Kaisers Septimius Severus(193— 211) gehören wahrscheinlich folgende zwei Legaten: Quintus Axius, welcher, wie in andern Provinzen, so in den beiden Germanien und in Belgica Statthalter war 14), und Marcus Statilius Barbarus 148). Näheres wissen wir nicht; da-
138) Wenn Fuchs, II. S 342, meint, dass Popilius Carus bis jetzt Statthalter in Obergermanien gewesen sei, so irrt er sich ohne Zweifel; doch kennen wir keinen Namen während dieser Zeit.
139) Noch unter diesem Kaiser schemt Tiberius Claudius Candidus, der als Legionstribun den zweiten deutschen Krieg des Kaisers mitgemacht hatte, das Amt eines procurator vicesimarum hereditatum im Lugdunen- sischen, Belgischen, in Gallien und den beiden Germanien bekleidet zu haben. Er gelangte noch bis unter Kaiser Septimius zu vielen Würden. Br. 798 und dazu Henzen in Bonn. Jahrb. XIII S, 30.
140) Bassanus Rufus, der an den Siegen der Kaiser Aurelius und Commodus über die Deutschen und Sar- maten Theil genommen und sich mehrere kriegerische Belohnungen erworben hatte, war etwa um diese Zeit procurator a rationibus provinciarum Belgicae et duarum Germaniarum u. s. w. Nach einem Steine in Rom. Gr. 375, I.
141) Nach einer ara in Bonn; vgl. Zangenmeister im Rhein. Mus. XIX. S. 50. Wenn Freudenberg, in Bonn. Jahrb. XXXVI. S. 118, hierbei bemerkt:«Dass von keinem Statthalter bekannt sei, dass er beide Ger⸗ manien verwaltete», so bezieht sich dies nur auf die frühere Zeit.
142) Gefunden im J. 1858 im Kästrich und im Museum zu Wiesbaden. Zeitschr. des Ver. II. S. 174.
143) Im J. 1632 im Bienengarten gefunden und nun im Mannheimer Museum; L. 124; Br. 1076; eine genaue Jahresangabe enthält der Stein nicht.
144) Im J. 1688 am Bocksthor gefunden und nicht mehr vorhanden. L. 45, Br. 1302.
145) Im J. 1832 am Bischofshof gefunden und im hiesigen Museum anfgestellt. Zeitschr. 1 u. 2; Br. 993. 146) Gefunden im J. 1858 im Kästrich, nun im Museum, Zeitschr. II. 397; Br. 1025.
147) Nach einer Inschrift zu Varhely in Siebenbürgen; vgl. Henzen, Siebenb. Archiv, I S. 12.
148) Nach einem Pragmente: in Rom, bei Henzen, 5501.


