Aufsatz 
Über die Legionen, welche in Obergermanien standen / K. Klein
Entstehung
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.... LEG I ADI I. D..- D. IVN VE PRI RECVNDI

Am Thore der Citadelle befinden sich die Steine, auf welchen jedoch einzelne Buchstaben immer mehr erlöschen:

LEG I-ADl LEG T ADI IVN. SILV F BoRCI IANI VARI IVENA.

Eben daselbst weiter unten steht: LEG. I. ADIVT L TLAVI PV DENTIS Andere jetzt verlorene Steine siehe Steiner II. Ausg. 400; anderwärts gibt es ausser den schon erwähnten keine Inschriften(die Ara in Alpirsbach gehört der XXII Legion an). Dagegen Stempel auf Backsteinen finden sich hier und da, wie in Mainz, Wiesbaden, Heddernheim, Rheinzabern, Rottenburg.

Nach der bisherigen Untersuchung blieben von den 4 Legionen, die am Anfange des zweiten Jahrhunderts in Obergermanien standen, die I adjutrix etwa 50 Jahre, die XI Claudia bis an das Ende des Jahrhunderts am Oberrheine. Man weiss nicht, ob andere Legionen an ihre Stelle kamen: weder die Schriftsteller, die, wie schon oft erwähnt, nur beiläufig der Legionen gedenken, haben uns hierüber eine weitere Bemerkung hinterlassen 76), noch finden sich Spuren oder Denkmäler anderer Legionen ⁷⁷) oder auch schon behandelter, welche auf eine spätere Zeit hinweissen. Es ist mir auch nicht wahr- scheinlich, dass andere Legionen zum Ersatz herkamen; damals war, um nur eine Ursache anzuführen, eine grosse Zahl von Cohorten und Alen verbündeter oder unterworfener Völker in diesen Gegenden statio- nirt, welche die Besetzung und Vertheidigung der Grenze übernahmen. Demnach waren also in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts nur drei Legionen, die XXII(in Mainz), die VIII(in Strass-

ꝛ6) Nur eine Notiz noch kenne ich, worin einer andern Legion bei Mainz Erwähnung geschieht: Vopisc. v. Aurel. 7. erzählt, dass Aurelian, ehe er Kaiser war, c. 250, als Tribun der Leg. VI Gallicana bei Main⸗z die einfallenden Franken geschlagen babe. Daraus folgt aber nicht, dass die Legion, dio damals in Britannien war, in Obergermanien oder Mainz ihr Standquartier hatte; sie stand unter dem Namen Leg. VI victrix pia fidelis, früher etwa von 70 130 in Untergermanien. Darnach will Lersch(Centralmus, I. S. 15.) ihre dor- tigen Denkmäler in jene Zeit versetzen, wogegen Osann(Alterth.-Z. 1839. S. 891.) die Frage aufwarf: ob diese Legion nie nach Germanien zurückgekehrt sei? was wir jetzt aus Vopiscus wissen.(Wir glau- ben hier anfügen zu können, wiewohl es, genau genommen, nicht hierher gehört, wie strenge Zucht Aurelian damals im Heere hielt, er liess nämlich einen Soldaten, der seine Wirthin verführte, durch niedergebeugte Bäume zerreissen, waseinen ungeheuern Schrecken Allen verursachte; wie Vopiscus a. a. O. erzählt).

17) Die Deukmäler in Obergermanien, auf welchen andere Legionen erwähnt werden, sind meistens dann errichtet, als der Krieger bereits weiter befördert oder Veteran war, so Lehne 11; 168; 241; Stälin Wirtemberg. Gesch. 48; Or. Helv. 173. Andere Steine zeigen nur einen zufälligen Aufenthalt eines Einzel- nen an, wie Lehne 62; 169. Noch andere inschriften sind unsicher oder verdächtig; Ersteres gilt z. B. von einem Fragment bei Aschaffenburg, worauf der Leg. IIIII(wahrscheinlich IIII Mac.) und der VII gedacht wird (Steiner II. Ausg. 714), von den Stempeln der XII bei Zahlbach(vgl. oben Anm. 36); von einem Stempel der LEG VI bei Windisch(Or. Helv. 245, man lese XI); Letzteres von einer Scherbe in Rottenburg mit LEG. IX (Jaumann Sumlocenne S. 122, vgl. oben Anm. 29); von einem Stempel in Baden(Stein. II. 861). Oder die