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beweisen; so ein Fragment in Baden-Baden(etwa aus dem Jahr 100)(eine Ara in Alpirsbach gehört der Leg. XXII), Stempel ‚finden sich in Thiengen, Hüfingen, Gaislingen im Klettgau bis nach Friedberg in der Wetterau. Alle diese Steine bieten wenig Interesse dar ²).
IEGIO I ADIUTRI.
Ob sie von Nero oder von Galba errichtet wurde, darüber ist man noch nicht einig 75). Sie erklärte sich bald für Otho und stritt muthig bei Bedriacum und wiewohl sie den Adler der XXI rapax
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hinweggenommen, verlor sie doch mehrere Fahnen und ihren Legaten Orphidius Benignus. Vitellius sandte sie nach Spanien, wo sie aber bald für Vespasian sich entschied. Dort scheint sie eine Zeit lang geblieben zu sein, wie mehrere Denkmäler daselbst darthun, desshalb wird sie nicht schon in demselben Jahre wegen der Bataver an den Rhein gekommen sein, wie man früher aus Tac. IV. 68 schliessen wollte, wo aber decima statt prima zu lesen ist, wie auch aus hist. V. 19 hervorgeht. Dass sie überhaupt schon unter Vespasian 7⁴) hierher kam, möchte ich nicht annehmen, eher unter Trajan; da nämlich um diese Zeit die Leg. XIIII gemina Martia victrix nach Pannonien ging, wird wohl die I adjutrix zum Ersatz dafür hierher gerchickt worden sein; sie scheint nicht sehr lange am Rheine gestanden zu haben, da 50 Jahre später Ptolemäus sie bereits in Pannonien findet, wohin auch das Itinerarium Antonini, Cassius Dio u. a. sie hinsetzen. Die Denkmäler, die sie in den rheinischen Gegenden zurückgelassen hat, gehören also in die Zeit von etwa 100— 150. Der Steine mit Jahres- zahlen sind etwa nur zwei, die aber vielmehr andern Legionen angehören, ein Fragment aus der Zeit Trajans in Baden-Baden der XI Claudia, eine Ara vom J. 191 in Aschaffenburg der VIII Augusta 75). Der Grabsteine von hier sind es 10, wovon 2 im Museum(Kat. 73; 74), einer in Zahlbach(Lehne 139), einer in Mannheim(Gräff a. a. O. 43), 4 nebst Fragmenten verloren sind(Lehne 138; 140; 141; 142; Zeitschrift 28 u. 29); ferner ist einer aus Weisenau im Museum(Katalog 72).
Von keiner Legion aber gibt es dahier so viele Steine der Centurien als von der Leg. I adj., und noch jetzt sind einige unserer Thore mit denselben geziert. Da diese letzteren seit 80 Jahren dahier nicht bekannt gemacht wurden(indem Lehne, ich weiss nicht warum, sie ausliess, da Fuchs I. S. 111 ff. sie schon anführt, woher sie Steiner entlehnt): will ich sie, um die Aufmerksamkeit der hiesigen Einwohner darauf zu richten, hier wiederholen. Von den Steinen auf beiden Seiten des Münster- thores ist nur der eine vollständig erhalten, vom andern nur einige Buchstaben:
²²) Interessanter sind manche Steine anderer Lünder, wie ein italischer(Or. 3049), wo ein Feld- zug in Deutschland, wahrscheinlich unter Domitian erwähnt wird, an dem die Leg. XI Theil nahm.— Eine Geschichte dieser Legion steht zu erwarten von Zell(vgl. Schriften des Baden. Alterthums-Vereins, 1845, S. 31).—
73) Vgl. Grotefend Leg. I adj. von Galba errichtet, nicht von Nero(Hannov. 1849); und dagegen Ritter in Bonn. Jahrb. XV. S. 172 ff.; siehe auch Dederich, Drusus in Untergermanien(Emmerich 1844) S. 18.
¹⁴) Grotef. bei Pauly a. a. O. S. 869 will dies aus einer Inschrift Grut. 368, 5 folgern, weil hier eines BELLI SVEBIC Erwähnung geschieht, an welchem ein Centurio derselben unter Nero Theil nahm; allein dort ist nach Gudius BAETIC. zu lesen.
¹6) Da hier der Adlerträger der Leg. 1 adj. bereits zum Centurio der VIII Aug. befördert war, so ist der Stein kein Beweis, dass unter Commodus erstere noch am Rheine gestanden hat.


