(Bottwar), 204(Seligenstadt), 212(Trennfurt), c. 215 und 223(Cannstadt), 230(Heddernheim); mehr noch ohne bestimmte Zeit, wie in Frauenstein, Bischofsheim, Aschaffenburg, Obernburg(c. 178), Mudau und Amorbach(c. 187), Alpirsbach, Bökingen, Welzheim. Grabsteine sind nur bekannt aus Flörsheim und Wiesbaden; Bausteine aus Nidda und Höchst.
Wenn aber im Decumatenland so viele Denkmäler noch übrig sind, muss man sich billig wundern, dass diesseits des Rheins in Obergermanien sich so wenig grössere Steine der Legion erhalten haben; nämlich nur eine Ara in Weissenburg, eine in Solothurn vom J. 219(die aber keinen Standort der Legion beweisst), und ein Grabstein eines Soldaten bei Weinheim.(Die Inschriften in Lyon gehören nicht hierher.) Aus Untergermanien kennen wir einige Arae von Andernach und Birten, einige Grabsteine aus Bonn, Köln und Xanten. Dagegen sind die Stempel dieser Legion weithin durch ganz Ober- und Nieder- germanien zerstreut; sie finden sich am Pfahlgraben vom Niederrhein bis tief in's Württembergische, diesseits von der Schweiz bis hinab nach Holland. Die Orte alle aufzuzählen 51), würde uns zu weit führen; statt dessen wollen wir zwei Inschriften dieser Legion mittheilen, die in den letzten Jahren hier gefunden und noch nirgends bekannt gemacht sind:
POLLIN CRVM RANI IMA 2* 81G L. XII PR EX VO Apollini sacrum..(Ve)rani(us)(Pr)ima(nus) signifer legionis vicesimae secundae primigeniae(piae fidelis) ex voto(posuit) 5²). LI in Zeile 1 ist verbunden. Gefunden 1851 in der Philippsschanze dahier und von Herrn von Wallbrunn, k. preuss. Inge-
nieur-Lieutenant, der Sammlung des Vereins übermacht.
Der Stein ist in zwei ungleiche Theile zerbrochen, und am grösseren Stücke fehlt der vordere Theil, wodurch die Namen des Signifer ungewiss bleiben: ist in v. 3 Veranius richtig, so war noch für ein Praenomen Platz; jedoch sind gerade die Buchstaben dieser Zeile die undeutlichsten der ganzen Ara.
5¹) Es sind mir mehr als 50 Orte bekannt, wo Bausteine, Backsteine, Ziegeln, Begräbnisstafeln, Hoi- zungsröhren u. A. mit dem Stempel dieser Legion aufgefunden wurden: die meisten liegen auf dem rechten Rheinufer, wornus hervorgeht, dass die Kohorten der Legion vielfach die Besatzung jenes Landes ausmach- ten; hier in Mainz finden sich diese Steine aller Orten, vgl. Fuchs I. S. 176 ff.; II. 107 ff. nebst Abbild.; Lehne 245 ff.; Zeitschrift l. S. S5 ff. Ersterer setzte nach seiner Gowohnheit die Begräbnissstätte der Legion theils an den Albansberg, theils an die Alexanderschanze(vgl. I. S. 370). Im Museum dahier besitzen wir weniger solcher Ueberreste als man erwarten sollto, doch auch einige mit dem Namen des Verfertigers. Das Museum in Wiesbaden hat eine weit grössere Anzahl aufzuweisen(160 Stücke aus vielen Orten Nassau's, manche auch aus Mainz und den hiesigen Gegenden), darunter an 20, auf welchen der Name des Verfer- tigers beigedruckt ist(vgl. den noch ungedruckten Katalog des Wiesbad. Museums).
5²) Dem Apollo geweiht... Veranius Primanus, Zeichenträger der XXII erstgeworbenen frommen getreuen Legion hat nach seinem Gelübde diesen Altar gesetzt.


