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erst über 100 Jahre nach ihrem Einzug in Obergermanien fällt, wie denn überhaupt in Mainz ausser dem oben angegebenen Altar der Leg. IIII Maced. kein gottesdienstliches Denkmal aus dem ersten Jahrhundert uns überkommen ist; ob der Umstand, dass solche erst seit den Antoninen sich vorfinden, der trefflichen Regierung der früheren Kaiser zuzuschreiben ist, wage ich just nicht zu behaupten. Wenn wir die Beinamen auf unseren Steinen betrachten, bemerken wir, dass alle Grabsteine, die bei Zahlbach gefunden worden sind, nur die Zahl XXII ohne Beiwort oder nur PRIM., niemals aber die anderen pia fidelis haben; auf Grabsteinen, die anderwärts bei uns wie in Kastel, Weisenau entdeckt sind, finden sich dieselben. Was die sonstigen Beinamen betrifft, so hatten zwei Arae aus den Jahren 227 und 230(Mainz, Heddernheim.) den Kaisernamen Alexandriana; er wurde aber auf beiden ausgelöscht. Ein früherer vom J. 223 in Cannstadt führt den Namen Severiana; ein anderer daselbst aus den Jahren 214— 17 und bei Solothurn vom Jahre 219 haben Antoniniana.
Was nun die Zahl der Denkmäler, die uns von dieser Legion erhalten sind, betrifft, so sind bisher an 50 Inschriften dahier(nebst Zahlbach und Kastel) entdeckt worden, von denen freilich nur noch die Hälfte übrig ist. Die Mehrzahl sind Grabsteine. Unter den Altären sind 8 mit Jahreszahlen: sie fallen in die Jahre 178; 181; 185; 196; 198; 210; 227 und 238; von denen nur die drei letzteren noch hier sind(Katalog 23 b; 4; 70.); zwei in Mannheim(Gräff. a. a. O. 76; 5.); die andern (Lehne 47; 23; 45.) verloren sind. Altäre ohne Jahreszahlen sind vier erhalten:(Kat. 29; 13; Zeitschrift des Vereins 64; 88); einer verloren(Steiner II. 1679.); ebenso einer aus Mom- bach(Lehne 20.); der aus Finthen(Zeitschrift des Vereins 70.) noch vorhanden; auch Zeitschrift 69 ebendaher wird hierher gehören 50). Wenn aber auf diesen Altären nicht sowohl Soldaten als viel- mehr Centuriones, Signiferi, Beneficiarii, Optiones, Veterani, auch ein Tribunus erwähnt werden: so gehören dagegen die Grabsteine meist gemeinen Soldaten an; es sind in allem 20, von diesen sind sechs im Museum(Kat. 107— 12), fünf, stehen bei Zahlbach(Lehne 216; 230; 235; 236; 239); die andern sind verloren(Lehne 213; 215; 220; 227; 228; 229; 234; 237; 242). Ein Reiter wird erwähnt(Kat. 136 a.); einzelne Grabsteine gab es früher hier von Tribuni(Lehne 235; 324; 241) und von andern Chargen, wie Cornicularius, Curator armorum u. s. w.(Lehne 223; 221; 296; 329). In Kastel waren 3 Grabsteine eines Soldaten, eines Reiters, eines Veteranen(Lehne 217; 214; 224), an der Mainspitze zwei von Soldaten(Lehne 222, 232) gefunden. Noch jetzt steht der eines Reiters auf der Jungen- felder Aue(Lehne 225). Endlich noch einige Bausteine, wovon einer erhalten(Kat. 113.), die andern (Lehne 244; Steiner II. Ausg. 417) verloren sind.
Wenden wir uns nun zu den Inschriften im jenseitigen Lande, so sind vorerst eine grosse Anzahl Altäre von Frauenstein im Rheingau und Heddernheim bis tief in's Württembergische bekannt, theils mit theils ohne Jahreszahlen: erstere aus- dem Jahre 178(Aschaffenburg), 186(Oinhausen), 201,
Eine Ausnahme macht etwa nur ein Fragment, auch wie es scheint der Sirona geweiht(Zeitsch. l. 20). Die Mainzer waren also immer römisch rechtgläubig. Gleiches gilt von Kastel, wo auch eine grosse Anzahl Altäre uns übrig sind, von denen nur ein zweifelhaftes Fragment der Legio XXII zugehört(Katal. 13).
5⁰) Manche von diesen Altären sind nicht ohne Wichtigkeit auch für die bürgerlichen Verhältnisse der, Stadt; so zeigen sie, dass diese Legion ziemlich heimisch dahier geworden ist: während nämlich, um nur Etwas kurz zu berühren, von den andern Legionen kaum ein Veteran ein städtisches Amt erhielt(vgl, oben S. 7): ündet sich häufiger bei der XXII Legion, dass Soldaten oder Veteranen Aemter verwalteten oder, bürgerliche Geschäfte trieben; z. B. ein Soldat war im Jahr 169 Wächter des Gerichtshauses(Lehne 69); ein Veteran war im Jahr 181 Schwerthändler(Lehne 124) u. A. m. siehe auch S. 16.
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