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vier Legionen dorthin geschickt(Cass. Dio, LX. 19), aus Obergermanien die II Augusta und XIIII gemina 3⁵), an deren Stelle traten. die IIII Macedonica und XXII primigenia ³⁶); unter Nero scheinen die Leg. XVI in Obergermanien und die Leg. XXI rapax in Untergermanien ihre Standquartiere gewechselt zu haben. In den letzten Jahren der Regierung des nämlichen Kaisers kam die XIII gemina nach Pannonien, und für sie scheint kein Ersatz eingerückt zu sein, vgl. Mommsen in Bulletino dell' inst. di corr. Arch.(Rom 1852) p. 102. Bei dem Tode Nero's, wo wir wiederum zuerst genaue Nachrichten über den Stand der Legionen aufgezeichnet finden, war also von den vier frühesten Legionen in Ober- germanien keine mehr anwesend, auch standen daselbst nur drei Legionen, die IIII Macedonica, die XXI rapax, die XXII primigenia; diese drei wollen wir genauer betrachten. 3
IEGlo III MACEDONIC,.
Von den drei Legionen, welche die Zahl IIII führen, ist die Macedonische die älteste, sie wurde wahrscheinlich von Brutus in Macedonien errichtet, und stand unter Augustus in Spanien, unter Clau- dius kam sie nach Obergermanien und löste, wie es scheint, die XIIII in Mainz ab ³⁷). Als nach dem Tode des Nero die Legionen in Germanien am 1. Januar 70 dem neuen Kaiser Galba huldigen soll- ten: machte die IIII Legion den Anfang der Empörung(Tac. hist. I. 18, 55), indem sie die im Lager aufgestellten Bildnisse des Kaisers umwarfen und zerbrachen; der Legat Hordeonius Flaccus, ein ge- wesener Konsul, der dabei stand, war zu schwach, die Empörung zu hindern; ja vier Centurionen der XXII Legion, welche des Galba Bildnisse schützen wollten, wurden von den wüthenden Soldaten gefesselt, und der Adlerträger der IIII Legion brachte noch in derselben Nacht dem Vitellius, dem Legaten von Untergermanien, die Nachricht von der Empörung nach Köln 38), worauf dieser sich zum Kaiser aufzuwerfen wagte. Sofort marschirten 30,000 Mann vom Oberrhein nach Italien, darunter ein Theil der IIII Legion; sie siegten gegen Otho, wurden aber von Antonius Primus, dem Feldherrn des Vespasian, geschlagen, und die Legionen aufgelöst(III. 35).
Der Theil der Legio IIII, welcher in Deutschland zurückgeblieben war, stritt zwar tapfer mit den andern Legionen gegen die Bataver, aber die Soldaten zögerten, selbst als Vitellius bereits in
³⁵) Ausserdem die XX victrix aus Germ. inf. und die IX aus Pannonia.
³⁶) Borghesi a. a. O0. S. 156 scheint geneigt, die Legio XII fulminata um die Zeit des Claudius an den Rhein zu verlegen, wie er sie denn auch in den ältesten und unbekanntesten Zeiten vor August nach Germa- nien versetzen möchte. Allein sichere Denkmäler gibt es von ihr keine: auf dem Stempel bei Zahlbach(Fuchs II. S. 85,) lese man XIIII oder XIII; ähnlich wird es sein mit dem im Museum von Cleve(Steiner II. Ausg. 1543, wenn er nicht aus anderer Gegend stammt) und mit dem neulich bei Rumeln gefundenen(Rein, Gelduba S. 12.). Und die Schriftsteller führen sie stets im Orient an, so dass Düntzer Recht hat, wenn er bemerkt, (Bonn. Jahrbücher I. S. 120.): sie befand sich, so viel wir wissen, nie in Europa.
³⁷) In dieser Zeit war nach einer Inschrift in Avenches(Orell. ins. Hel. 171) Julius Camillus Tribun bei dieser Legion, und erwarb sich unter Claudius mehrere militärische Belohnungen. Diese bringt Grotef. (Realencycl. a. a. O. S. S78) mit dem Siege des Legaten Lucius Pomponius in Verbindung, den dieser im Jahre 51 mit Hilfe der Vangiones und Nemetes gegen die räuberischen Chatten erfocht(Tac. ann. XII. 27 f.). Uns scheint Camillus die Ehrenzeichen sich früher verdient zu haben. Später wurde derselbe vom nämlichen Kaiser nach Britannien aufgeboten. Mit Unrecht meint aber desshalb Borgh. a. a. O. S. 143, dass die Legio IIll damals nach Britannien berufen worden..
³⁵³) Hieraus folgt, dass das Winterlager der IIll und XXII Legion damals nicht in Mainz war, sondern an der nördlichen Grenze von Obergermanien.


