Aufsatz 
Über die Behandlung der Himmelskunde am Gymnasium / von Joseph Klau
Entstehung
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berechnete Leverrier Gröfse und Ort desselben. Galle, von diesen Untersuchungen benachrichtig, findet, ihn hierauf genau an der angegebenen Stelle. Die Reihenfolge der Planeten(Merkur, Venus, Erde, Mars, Planetoiden, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun) von der Sonne aus, sowie ihre ungefähren Entfernungen von derselben muſs der Schüler lernen, ebenso den Unterschied zwischen äufseren und inneren Planeten, wie auch bei letzteren die Entstehung der Phasen und Vorübergänge. Der Unterschied zwischen Planeten und Planetoiden, zwischen den vier ersten kleineren und den vier entfernteren gröſseren Planeten wird genau erörtert, dagegen würde eine ins einzelne gehende Auseinandersetzung von Gröſse, Dichtigkeit, Rotations- und Revolutionszeit etc. der einzelnen Planeten dem Gedächtnis eine unnötige Menge von Zahlen zumuten, deren Wert der aufgewandten Mühe und Zeit keineswegs entspricht¹). Auch bei Besprechung der Bahn- elemente und gegenseitigen Störungen der Planeten kann man sich möglichst kurz fassen. Wo es die Zeit erlaubt und die nötigen Hülfsmittel vorhanden sind, lasse man den Schüler selbst durch das Teleskop einen Blick nach dem Himmel thun und zeige ihm die Venus in Mondgestalt, den Mars, Saturn mit den Ringen, Jupiter mit den Monden, auch stelle man die Ansichten der einzelnen Planeten, wie auch ihr Gröſsenverhältnis mit einem Skioptikon dar. Der Römersche Beweis für die Geschwindigkeit des Lichtes kann hier durchgenommen oder repetiert werden.

d) Fixsterne.

Die Fixsterne erfordern an dieser Stelle nur eine kurze Besprechung. Die Ortsbestimmung derselben am Himmel und ihre Konstellation ist in dem ersten Teile erledigt. Ihr Wesen und die bis jetzt bekannten physikalischen Eigenschaften gehören in das Gebiet der spektralanalytischen Untersuchungen. Es erübrigt also hier nur eine Darlegung der scheinbaren Gröſsenverhältnisse(Sterne erster, zweiter etc. Gröſse), der Farbe und Veränderlichkeit mancher Sterne, des Wesens und der Zahl der Doppelsterne. Ferner ist das bis jetzt Bekannte über Eigenbewegung der Fixsterne und ihre Zusammengehörigkeit zu einem Weltsystem mit gemeinsamer Drehung um den Schwerpunkt zu besprechen.

e) Kometen.

Hierauf ziehen wir noch die Kometen, jene Hospitanten in unserem Sonnensystem mit in die Betrachtung. Wir besprechen ihre sonderbare Gestalt und ungeheure Gröſse bei aufserordentlich geringer Masse, ihre einzelnen Teile(Kern, Hülle, Schweif), die anfangs parabolischen Bahnen, welche bei Annäherung an die Sonne häufig in elliptische umgewandelt werden, sodass der Komet dann dauernd unserem Sonnen- system einverleibt wird. Die hauptsächlichsten Kometerscheinungen führen wir dem Schüler in Abbildungen oder mit dem Skioptikon vor und schlieſfsen mit der Beziehung zwischen Kometen und Sternschnuppen- schwärmen. Auch sind die Nebelflecke(auflösbare und nicht aufläsbare) und die Milchstrafse in den Kreis der Erörterungen zu ziehen, wodurch der Blick nach Welten gelenkt wird, die teils noch in der Entwicklung begriffen sind, teils schon fertige Weltsysteme mit Millionen von Sonnen darstellen und doch dem bloſsen Auge gar nicht und dem bewaffneten nur als schwache Lichtwölkchen sichtbar werden. 1

Die Kant-Laplacesche Welttheorie darf dem Primaner nicht vorenthalten werden. Ein Einblick in das wunderbare Getriebe von Masse und Kraft, aus dem Gott die Welt in ihrer erhabenen Ordnung und Mannig- faltigkeit(soweit der forschende Sinn der Menschen dieselbe zu erkennen vermag) hat entstehen lassen, muls jeden denkenden Menschen mit staunender Bewunderung und Ehrfurcht erfüllen. Wenn von mancher Seite Befürchtungen laut werden, daſs die Jugend durch diese Lehren dem Materialismus und der Gottlosigkeit zugeführt werde, so glaube ich, dalfs wirkliche Naturerkenntnis stets grade die entgegengesetzte Wirkung

¹) Vielleicht kann an dieser Stelle eine Besprechung des der Erde nächstverwandten Planeten Mars nach den trefflichen neueren Untersuchungen Schiaparellis bei vorhandener Zeit eingeschaltet werden.