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b) Sonne.
Die Entfernung der Sonne von der Erde wird wiederum aus dem Erdradius mit Hülfe der Parallaxe bestimmt. Zur Ermittlung dieses wichtigen Wertes liefern die Vorübergänge der Venus vor der Sonnenscheibe den günstigsten Zeitpunkt. Aus der wahrscheinlichen Gröfse(8“81) der Parallaxe ergiebt sich durch eine auch von den Primanern ausführbare Rechnung die Entfernung der Erde von der Sonne, aus dieser und dem scheinbaren Durchmesser der Sonne der wahre Durchmesser, also auch Oberfläche und Volumen unseres Centralkörpers. Das Gröſsenverhältnis von Erde und Sonne wird an einem praktischen Beispiel versinnlicht. Aus dem Vergleich zwischen der Anziehung des Mondes durch die Erde und derjenigen der Erde durch die Sonne, läſst sich mit Hülfe des Newtonschen Attraktions- gesetzes die Masse des Sonnenkörpers ermitteln. Hieraus ergiebt sich die Dichtigkeit der Sonne, sowie die Schwere auf derselben. Zugleich eine gute Repetition der Lehre der Mechanik ist die Aufstellung der Fall-, Wurf- und Pendelgesetze für den Sonnenkörper. Eine kurze Besprechung der einzelnen Sonnen- phänome als Flecken, Photosphäre, Chromosphäre, Protuberanzen, Korona, wie sie sich mit dem Teleskop beobachten lassen oder bei totaler Sonnenfinsternis teilweise dem bloſsen Auge sichtbar werden, ist hier am Platze; doch ist es nicht nötig, auf das Wesen der einzelnen Gebilde hier schon näher einzugehen. Es muſs stets oberstes Princip des Unterrichts bleiben, den Schüler nur das zu lehren, von dessen Richtigkeit man ihn auch durch Gründe überzeugen kann. Deshalb ist alles, was über die stoffliche Zusammensetzung der Himmelskörper handelt, einem späteren Abschnitt der Astrophysik zu überweisen. Erst dann, wenn der Schüler mit den Hauptlehren der Spektralanalyse hinlänglich vertraut ist, kann er diese Errungenschaften der modernen Zeit begreifen und soll sie also auch dann erst lernen. Die Rotation der Sonne kann aus der Bewegung der Flecken und ihre Eigenbewegung aus dem scheinbaren Auseinander- treten von Fixsternen und der Annäherung der entgegengesetzten Sterne abgeleitet werden. Auch lassen sich die Hypothesen über die Gröſse und Erhaltung der Sonnenwärme besprechen. Auf die elfjährige Periodicität der Sonnenflecke und die gleiche Periode der magnetischen Deklination und die Erscheinung des Nordlichts ist hinzuweisen.
Die uns von der Sonne gesandte Wärme ist die Quelle aller Kraft auf der Erde.
Mancherlei Aufgaben lassen sich im Anschluſs an diesen Satz stellen. Es soll z. B. irgend eine irdische Kraft auf ihren Ursprung von der Sonne zurückgeführt werden. Hierdurch gewinnt der Schüler einen klaren Einblick in die Einheit der Naturkräfte, ihre gegenseitigen Beziehungen, Umsetzung aus einer Erscheinungsweise in die andere, Umwandlung der Energie der Lage in die der Bewegung und umgekehrt etc.
c) Planeten.
Auch hier empflehlt es sich, mit einer kurzen historischen Entwicklung der Kenntnis unseres Sonnensystems zu beginnen. Die Geschichte der Entdeckungen auf diesem Gebiet ist in vieler Beziehung auſserordentlich lehrreich. Zeigt sie uns doch, wie die eifrige Forschung am Himmel stets mit Erfolg gekrönt ist, wenn auch oft von falschen Annahmen ausgegangen und nach ganz anderen als den gefundenen Objekten gesucht wurde. Die Thatsache, dals eine arithmetische(Titiussche) Regel sich auf die Entfernung der damals bekannten Planeten anwenden liels, bewirkte z. B., daſs man dies zufällige Verhältnis als ein gesetzmäſsiges ansah. Da sich in der Aufeinanderfolge der Planeten nach diesem„Gesetze“ zwischen Mars und Jupiter eine Lücke fand, wurde der Himmel nach dem hier fehlenden Planeten durchsucht und der nicht an der betreffenden Stelle stehende Planet Uranus und später der erste kleine Planet, die Ceres, entdeckt, dem bald viele der kleinen Glieder unseres Systems folgten. Einen hohen Begriff von der Genauigkeit astronomischer Berechnungen erhält der Schüler durch die Geschichte der Entdeckung Neptuns. Nur aus den Störungen, welche von dem bis dahin gänzlich unbekannten Himmelskörper auf andere ausgeübt wurden,


