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Rotation bedingt den ebenfalls leicht zu erfassenden Unterschied zwischen der Länge des Sternen- und Sonnentags.
Auch der Mond wandelt in einer ähnlichen Bahn wie die Sonne um das Himmelsgewölbe. Die Ebene dieser Bahn ist nur um 5°8 von der Ekliptik verschieden. Der Umlauf geschieht in einem siderischen Monat; deshalb muſs der Mond zu der langsamer bewegten Sonne im Laufe einer Drehung in verschiedene Stellungen kommen. Konjunktion, Opposition, Quadraturen und die hieraus sich ergebenden Mondansichten: Neumond, Vollmond, Viertel werden erläutert. Die Auf- und Untergangszeiten des Mondes bei den einzelnen Phasen im Verhältnis zur gleichzeitigen Stellung der Sonne, sowie die Höhe des Mondes zur Zeit der oberen Kulmination, ferner das interessante Verhältnis zwischen Sonne und Vollmond in den einzelnen Jahreszeiten können die Schüler durch Nachdenken und unter Anleitung des Lehrers selbst finden. Auch der Unterschied zwischen siderischem und synodischem Monat läſst sich aus der ungleichen Geschwindigkeit von Sonne und Mond in ihrer Kreisbahn leicht feststellen.
Die weiteren Betrachtungen über Finsternisse etc. sind besser in dem nächsten Kapitel über die wahren Bewegungen anzustellen.
2. Die wahre Bewegung.
Dem Kapitel über die wahre Bewegung der Himmelskörper ist eine kurze historische Einleitung vorauszuschicken.
Die bis dahin geschilderten Bewegungen wurden früher für die wahren gehalten(geocentrische Weltanschauung, Ptolemäisches System). Zur Erklärung der Erscheinungen nahm man 12 Sphären und eine Bewegung auf Epicyklen an. Hierdurch konnte man die bekannten Erscheinungen zwar erklären, und auch astronomische Ereignisse richtig vorausberechnen, aber der angenommene Mechanismus wurde bei fortschreitender Erkenntnis immer verwickelter. Die Aufstellung des neuen heliocentrischen Systems be- ginnt mit Kopernikus(1473— 1543). Seine Lehre und die wissenschaftliche Bekämpfung derselben durch Tycho de Brahe(1546—1601) verdienen nähere Besprechung. Die Ausarbeitung des Systems erfolgte durch Kepler(1571— 1630) und Galilei(1569— 1642). Die sichere Begründung des Gebäudes verdanken wir Newton(1643— 1727), der in seinem Gravitationsgesetz das aller Bewegung im Himmelsraum zu Grunde liegende Princip aufstellte. Eine Schilderung der gewaltigen Geistesthaten dieser Männer, sowie ihrer Kümpfe für die einmal erkannte Wahrheit gegenüber der im Mittelalter herrschenden Meinung wird für die Schüler von groſsem Interesse und Nutzen sein.
Die Hauptsätze des Kopernikanischen Systems von der täglichen Rotation, der jährlichen Revolution und der säkularen Präcession geben den Stoff zu drei nacheinander zu behandelnden Abschnitten.
a) Rotation.
Der Übergang aus der mit der Beobachtung übereinstimmenden Ptolemäischen geocentrischen Weltanschauung in die abstrakte Kopernikanische heliocentrische ist eine Hauptschwierigkeit des ganzen Pensums. Der Zusammenhang zwischen dem früher Erlernten und teilweise selbst Beobachteten und der neuen Lehre schwindet vollständig und an seine Stelle tritt das aus einem ungelösten Widerspruch sich er- gebende Miſsbehagen, wenn hier sofort zu einem anderen Apparat, z. B. einem Tellurium als Anschauungs- mittel gegriffen wird. Deshalb ist an dieser Stelle eine besondere Sorgfalt des Lehrers nötig, um den Schüler sicher aus der einen in die andere Vorstellung überzuführen. Hat man bis dahin an einem auf die scheinbare Bewegung eingerichteten Instrumente gearbeitet, so bleibe man zunächst hierbei. Man zeige, dafs sich durch eine westöstliche Drehung der Erde um eine durch Nord- und Südpol gehende Achse
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