Beſatzung unbedingt nötig war, drittens, daß Herodot(VI, 100), wo er erzählt, daß die Eretrier die Athener um Hülfe gegen das Perſerheer unter Datis gebeten hätten, ſagt: r0ν 1erOαακιειιαος τανοοι Tοντιασς τόιν ειmυμιμιωοντιμινινν ⁴μα⁵έι⁶ενν οενν νονν, r0ουςι σm³|ε³d οddν τιαοοs, während er ſonſt ſtatt dεoνς wohl 1‿μηαιιιει öeſchrieben hätte, und viertens, daß bei Artemiſion und Salamis die Athener den Chalkidiern 20 Schiffe gaben, womit doch ſicher nur die atheniſchen Bürger auf Chalkis gemeint ſein können. Auch würden wohl fünftens die Athener, wollten ſie wirklich ihren Beſitz auf Euboia retten, das ganze Heer hinübergeſchafft und ſo auf Euboia zugleich Athen mitverteidigt haben. Wollten ſie aber den Angriff der Barbaren in Attika erwarten, ſo durften ſie das eigene, ſchon ſo zehnmal kleinere Heer nicht noch durch Entſendung von 4000 Hopliten ſchwächen, die doch nur im günſtigen Falle nach ruhmvollem Kampfe mit den Eretriern erliegen mußten. Anders war es natürlich, wenn die 4000 ſchon ſeit 17 Jahren auf Euboia wohnten. Dann waren ſie ſchon halbe Euböer geworden und blieben natürlich dort, ſo lange noch irgend Ausſicht auf Rettung war. Wir müſſen alſo an der hergebrachten Anſicht feſthalten, daß, wenn auch vielleicht wie bei Salamis mit einigen Ausnahmen, doch im großen und ganzen die 4000 wirklich in Chalkis wohnten, auf das Hülfegeſuch der Eretrier von Athen den Befehl erhielten, zu dieſen zu ſtoßen und ſich kurz vor der Übergabe der Stadt noch nach Athen retteten(Her. VI, 101„2α* ο⁶ιοιο τμιέννεσια‿ dvres s Oνmπηονεεσσινςιοω ⁶σέας ατος). Unſern vierten Grund würde Kirchhoff, der es übrigens ohne weiteres als ſelbſtverſtändlich annimmt, daß die 4000 auf Euböa gewohnt haben, nicht gelten laſſen; er hält es zwar für durchaus wahrſcheinlich, daß die 4000 nach der Schlacht bei Marathon nach Chalkis zurückgekehrt ſind— und es läßt ſich allerdings, obwohl dadurch manches ſpäter auftauchende Bedenken beſeitigt würde, kein nur halbwegs ſtichhaltiger Grund dafür denken, daß die Sieger von Marathon auf eine ſchon vorher gemachte Eroberung verzichtet haben ſollten und noch weniger, daß 4000 Grundbeſitzer wieder in die Klaſſe der Thetes zurückgebracht worden ſeien— aber trotzdem hält er es für falſch, wenn die Chal⸗ kidier bei Artemiſion und Salamis für attiſche Kleruchen gehalten würden, bloß weil die Zahl 4000 zu 20 Schiffen paßt(aber das iſt doch nicht der Hauptgrund, wenn auch ein ſehr überzeugender, ſondern, daß ſie auf atheniſchen Schiffen fahren); denn erſtens ſei nach 506 noch ein ſelbſtändiges Gemein⸗ weſen in Chalkis beſtehen geblieben(das iſt allerdings wahrſcheinlich, aber dieſem würden die Athener doch ſchwerlich Schiffe geliehen haben), was aus Thuk. VII, 57 hervorgehe, wo er die Chalkidier Unterthanen nennt(das gilt aber für 413 und iſt deshalb für 480 durchaus nicht maßgebend); zweitens bezeichne Herodot ſelbſt(VIII, 46) die Chalkidier als Joner, zum deutlichſten Beweiſe, daß er dabei nicht im ent⸗ fernteſten an attiſche Kleruchen dachte(er ſetzt aber bei jedem Volk, auch bei den Athenern den Stamm hinzu) und drittens würde ihr Name nicht auf dem Dreifuß ſtehen, wenn ſie attiſche Kleruchen wären. Dieſer Grund ſcheint ſtichhaltig zu ſein und zwingt uns vielleicht die bei Plataiai erwähnten 400 Chal⸗ kidier(ſ. u.) für alte Einwohner zu halten. Damit wäre aber genug zugegeben, und Herodots Angabe für Artemiſion und Salamis kann und muß im Sinne atheniſcher Kleruchen aufgefaßt werden.
Anch Duncker(VI, 577) hält die bei Artemiſion erwähnten Chalkidier für alte Einwohner und ſucht daraus ſeltſamerweiſe die Bedeutungsloſigkeit der Stadt nach der atheniſchen Eroberung zu erweiſen, „es konnte ſeitdem nicht mehr als zwanzig Trieren bemannen.“ Erſtens iſt dieſe Zahl durchaus nicht ſo gering für die Flotte einer Mittelſtadt; hat ja doch Athen den Jonern auch nur zwanzig Schiffe zu Hülfe geſchickt,(obwohl es freilich mehr beſaß, aber es durfte ſich wegen Aiginas nicht zu ſehr ent⸗ blößen)— zweitens iſt es doch wohl kaum denkbar, daß die Athener den alten Einwohnern von Chalkis, ihren bisherigen Feinden, Schiffe gegeben hätten, was doch(Her. VIII, 1 und VIII, 46) ausdrücklich bezeugt iſt, und drittens beweiſt die Zahl der bemannten Trieren überhaupt nichts für die Leiſtungs⸗


