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ſuchung der Nothwendigkeit und Methode des naturwiſſenſchaft⸗ lichen Unterrichts auf Gelehrtengymnaſien in der Art zuwende, daß ich die altelaſſiſchen und überhaupt die philologiſch⸗hiſtoriſchen Studien unangetaſtet laſſe und nur zu ermitteln ſuche, wie es möglich iſt, in einer für Humanitäts⸗ wie für fachliche Vorbildung ausreichenden Weiſe die Naturwiſſenſchaften ohne Beeinträchtigung der bei der jetzigen Einrichtung aufge⸗ nommenen Lehrfächer zu betreiben. ³)
Das ganze Daſein des Menſchen iſt abgeſehen von ſeiner Beziehung zu einem Höheren durch die Natur und durch das Menſchenleben bedingt und man⸗ nigſach beſtimmt. Wer ſich alſo über ſeine Weltſtellung klar werden will, muß ſich beides, die Natur wie das Menſchenleben, zum Verſtändniß bringen. Dieſe Aufgabe vollſtändig zu löſen, wird die Schule nicht im Stande ſein, aber ſie muß ihre Löſung beginnen, wenn ſie im vollen Sinn des Worts Humanitätsbildungs⸗ anſtalt ſein will. In das Verſtändniß des Menſchenlebens einzuführen, ſind die altelaſſiſchen Studien ganz beſonders geeignet, indem ſie dem jugendlichen Geiſt eine ſehr vollendete und dabet durch ihre großartige Einfachheit höchſt anziehende und leicht faßliche Welt aufſchließen. Sie ſind es um ſo mehr, da ſie ihn durch das Studium der alten Schriftſteller in der Urſprache ſo nahe als irgend möglich
„Theilen genommen, ſo muß es ſterben, wird den Gymnaſien ein weſentlicher von ihren Gegen⸗ „ſtänden entzogen, ſo müſſen ſie verkümmern. Denn auch die Gymnaſien haben als geiſtige „Organismen ein einfaches Lebensprincip zu ihrer Grundlage, welches alle ihre Mittel, Stufen, „Einrichtungen und Beſtrebungen durchdringen muß. Soll daher die Vielheit der Unterrichtsob⸗ „jecte in der That ein Vorwurf für unſere Gymnaſien ſein, ſo darf ſie nicht ſo kahl und ohne „nähere Beſtimmung hingeſtellt, ſondern es muß gezeigt werden, inwiefern dieſe Vielheit das „einfache Leben der Gymnaſien ſtört und ihrem Principe widerſpricht. Solche Reden, die dieſen „oder jenen Unterrichtsgegenſtand der Gymnaſien herauswerfen oder beſchränken wollen mit der „kahlen Redensart, daß der Gegenſtände zu viel ſeien und daß das Zuviel abſtumpfend „und verwirrend wirke, ſolche Reden wirken ſelbſt abſtumpfend und verwirrend, weil ſie aus „einer ſubjectiven Meinnng entſpringen und keine objective Begründung haben.“
2) Die Reform der altclaſſiſchen Studien kann dabei ungeſtört ihren Fortgang nehmen und zwar um ſo ſelbſtſtändiger, je weniger ſie auf die Naturwiſſenſchaften, wenn für dieſe hin⸗ länglich geſorgt iſt, Rückſicht zu nehmen braucht.


