Aufsatz 
Geographie in höheren Schulen
Entstehung
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neuerer Zeit ſich manche Stimmen dagegen ausgeſprochen haben. Die natürlichſte Methode des geographiſchen Anfangsunterrichtes, ſagt Ritter,iſt die, welche das Kind zuerſt in der Wirklichkeit orientiert und zu fixieren ſucht, auf der Stelle, wo es lebt, auch ſehen lehrt. Hier muß natürlich Alles auf wirklicher Anſchau⸗ ung baſieren; daher der Lehrer zu dieſem Zwecke Spaziergänge mit der ganzen Klaſſe zu machen hat, auf denen er die Terrain⸗ verhältniſſe ſeines Wohnortes in der Art auszubeuten ſucht, daß er daran die Entwicklung der wichtigſten allgemeinen geographiſchen Begriffe durch die Anſchauung ermöglicht. Gleichzeitig wird in der Schule geübt, das kartographiſche Bild in Worte zu überſetzen, um auf dieſe Weiſe das wirklich Angeſchaute und Sichtbare in die Beſchreibung zu übertragen, als beſte Vorübung zum Karten⸗ leſen, das für den ganzen ſpäteren Unterricht von dem wichtigſten Einfluſſe iſt. Auf dieſe Weiſe gewinnt der Schüler nicht nur Klarheit der Vorſtellung, das lebendig angeſchaute Bild prägt ſich ihm nicht nur unauslöſchlich ein, ſondern er erlangt auch eine ge⸗ wiſſe Fertigkeit in der geographiſchen Kunſtſprache.

Tritt der Schüler ſo vorgbildet in die folgende Klaſſe ein, ſo wird es dem Lehrer wohl nicht allzuſchwer fallen, ihn durch fleißigſte Benutzung aller möglichen Veranſchaulichungsmittel und unter ſteter Anleitung zu eigner Beobachtung mit den wichtigſten Vorbegriffen und Erſcheinungen aus der mathematiſch⸗aſtronomiſchen Geographie vertraut zu machen. Hierbei werden ein großer Glo⸗ bus, ein Tellurium und transparente aſtronomiſche Karten ganz unentbehrlich ſein, da die ganze Beweisführung ſich auf concrete Anſchauung concentriert. Dieſe Aufgabe würde ſich etwa in dem Sommerſemeſter, wo auch zu Beobachtungen des geſtirnten Himmels ſich eher Gelegenheit bietet, löſen laſſen, ſo daß für das längere Winterhalbjahr die überſichtliche Betrachtung der Oceane und Erd⸗