Aufsatz 
Geographie in höheren Schulen
Entstehung
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die Geographie als Lehrobjekt unter den Realien eine ganz be⸗ ſondere Beachtung und Pflege verdiene, ſo wenden wir uns nun zu dem eigentlichen Unterrichtsſtoffe und ſeiner Vertheilung nach Stufen und Klaſſen. Wir ſprechen hier zunächſt von den ſoge⸗ nannten Realſchulen oder höheren Bürgerſchulen, deren innere Einrichtung wir uns ſo denken, daß ſie wirklich einen organiſch in einander greifenden Stufengang ermöglicht, woraus folgt, daß jene Anſtalten aus mindeſtens acht Klaſſen mit einjährigen Kurſen beſtehen müſſen; ſie umfaſſen demgemäß etwa das ſiebente bis fünfzehnte Lebensjahr.

Ehe wir näher auf dieſen Gegenſtand eingehen, möchte es wohl zweckdienlich ſein, uns zuvörderſt darüber auszuſprechen, ob wir die in neueſter Zeit ſoviel verbreitete Anſicht theilen, daß Geographie und Geſchichte zuſammen vereinigt in ein und der⸗ ſelben Lehrſtunde vorgetragen werden ſollen. Schon aus dem oben Geſagten dürfte hervorgehen, daß wir die Aufgabe auch der Schulgeographie viel zu ſelbſtändig gefaßt haben, als daß wir meinen könnten, ſie wäre etwa nur als Hülfswiſſenſchaft der Ge⸗ ſchichte, deren räumliche Grundlage ſie allerdings bildet, ſozuſagen als Parergon zu betreiben. Denn wenn auch nicht verkannt werden ſoll, daß Geographie und Geſchichte in ihren Objekten vielfache innere und äußere Berührungspunkte haben, indem erſtere auf ihrer oberſten Stufe die Wechſelbeziehungen der Erde zu den auf ihr lebenden Individuen nachzuweiſen, und letztere das Leben der Völker in ihren Beziehungen zu einander und zum Boden, auf welchem ſie erwachſen ſind, zu ſchildern hat, ſo muß es doch ſtets auf künſtliche Weiſe geſchehen, wenn beide ſo in einander ver⸗ ſchmelzen, daß ſie gleichſam nur Eine Disciplin ausmachen, in der das Geographiſche aufhört Geographiſches, das Geſchichtliche Geſchichtliches zu ſein, wie es wohl verſucht worden iſt. Uns