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wird ihm durch das Studium der Karten und anderer Veranſchau⸗ lichungsmittel, ſowie der Natur ſelbſt, ſoweit dies irgend thunlich i*ſt, häufige Veranlaſſung geboten, ſein Anſchauungsvermögen und ſeine Phantaſie zu üben; durch die vergleichende Betrachtung der Länder wird ſein Verſtand zu Schlüſſen veranlaßt werden, und bei den vielſeitigen Repetitionen kann endlich auch das Gedächtniß ſich ſtärken und wachſen, ſo daß auf dieſe Weiſe die ganze Geiſtes⸗ thätigkeit in Anſpruch genommen wird.„Denn was den formalen Nutzen betrifft,“ ſagt Ritter,„ſo gibt es keine Kraft der Seele, die nicht durch dieſe Wiſſenſchaft in lebhafte Thätigkeit und Uebung verſetzt werde, vom finnlichen Anſchauungsvermögen bis zu der höchſten geiſtigen Thätigkeit, die aus den Geſchöpfen den Schöpfer, aus der ſinnlichen, zeitlichen Welt die überſinnliche, unvergäng⸗ liche ahnt.“
Auch das Gemüth der Schüler wird bei dieſem Unterrichte vielfache Anregung erfahren können, indem man, vom religiöſen Geſichtspunkte ausgehend, einräumen muß, daß je lebendiger der Lehrer ſelbſt von der überzeugung getragen wird, daß auch in der einfachſten und ſcheinbar unbedeutendſten Naturerſcheinung die Allmacht Gottes ſich offenbart, je inniger ſein eigenes religib⸗ ſes Bewußtſein iſt, um ſo tieferen Eindruck er auf das in der Regel ſo empfängliche Gemüth ſeiner Schüler zu machen im Stande ſein wird. Denn:
Lehrt oder lernet Wiſſenſchaft,
Fehlt Euch des Gefühles Kraft
Und des Herzens frommer Sinn,
Fällt es bald zu Staube hin! Wie oft wird er nicht an der Hand des Unterrichtes den Blick der Jugend zu Dem erheben können, durch deſſen allmächtiges Wort dieſe ganze Welt mit all' ihrer Herrlichkeit und Großartigkeit ent⸗


