der Tuberkulose gelitten hatte, nicht gelingen werde, nochmals seiner Krankheit Einhalt zu thun, sind leider in Erfüllung gegangen. Trotz seines sehnlichen Wunsches, mit dem Beginne des neuen Schuljahres den Unterricht wieder zu übernehmen, fehlte er am 9. April in unserem Kreise. Als er am 14. Mai sich soweit erholt hatte, dass er wenigstens einige Stunden zu übernehmen im Stande war, da strahlte aus seinen Augen die helle Freude, dass er wieder mit seinen lieben Schülern das heilige Werk treiben konnte; aber schon nach wenigen Tagen warf ihn ein erneuter Anfall seiner Krank- heit auf das Krankenlager, von dem er sich nicht wieder erheben sollte. Am 19. Juni wurde er durch einen sanften Tod von seinen Leiden erlöst. In der Morgenandacht des folgenden Tages gab der Direktor den aufrichtigen Gefühlen des Schmerzes der Lehrer und Schüler über den Verlust des werthen Kollegen und geliebten Lehrers Ausdruck, am 21. Juni erfüllten Lehrer und Schüler die schmerzliche Pflicht, die entseelte Hülle zu ihrer letzten Ruhestätte zu geleiten. Der Entschlafene war am 11. März 1845 zu Abbendorf bei Salzwedel geboren, besuchte das Seminar zu Osterburg von Michaelis 1862— 1865 und begab sich, nachdem er von Michaelis 1865— 1867 die Lehrerstelle in Häsewig bei Stendal verwaltet hatte, nach Berlin, um bis Michaelis 1868 auf dem Königlichen Musikinstitut Musik zu studiren. Demnächst nahm er im Winter 1868/69 an einem Kursus der Königlichen Zentral-Turnanstalt theil. Durch Rescript des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 19. Juni 1869 wurde er zum zweiten Lehrer an der Vorschule der hiesigen Realschule ernannt und ertheilte zugleich den Turnunterricht, den er jedoch schon nach kurzer Zeit aus Gesund- heitsrücksichten wieder abgeben musste. Mit oft über seine Kräfte gehender Hingebung hat er treu und gewissenhaft seines Amts gewartet und sich bei allen, welche sich seines anregenden und erfolg- reichen Unterrichts zu erfreuen gehabt haben, ein bleibendes, dankbares Andenken gestiftet. Während seiner Krankheit wurde mit Genehmigung der vorgesetzten Behörden dem Lehrer an der Bürgerschule, Herrn Heuckeroth, ein Theil seines Unterrichts übertragen, da infolge der Einberufung des Herrn Dr. Anschütz zu einer sechswöchentlichen Dienstleistung als Reserveoffizier es unmöglich war, mit den noch vorhandenen Lehrkräften auch den Unterricht in der ersten Vorklasse zu versehen; in einigen Lektionen wurden die peiden Vorschulklassen kombinirt. Während des Gnadenquartals wurde der Unterricht von den übrigen Lehrern übernommen. Die Stelle des zweiten Lehrers an der Vor- schule wurde durch Aufrucken des Herrn Schmeisser pesetzt, dessen Stelle dem Herrn Rüppel, bis dahin in Rengshausen, provisorisch übertragen wurde. Leider erkrankte während des Sommerhalb- jahres auch der ordentliche Lehrer, Herr Pfarrer Ewald, und da er während der Sommerferien nicht die gehoffte vollständige Erholung und Genesung fand, so wurde nach den Sommerferien ein Theil seines Unterrichts an einige ordentliche Lehrer der Anstalt übertragen und eine gleiche Stundenzahl in der Vorschule noch ferner dem Herrn Heuckeroth belassen. Auch während des Winterhalbjahrs wurde er dadurch entlastet, dass er den französischen Unterricht in der Gymnasialquinta übernahm, dagegen den französischen Unterricht in der Realquinta an den Herrn Tassius abgab, von welchem der ordentliche Lehrer Herr Orth den deutschen Unterricht in Sexta übernahm. Mit dem Schlusse des Schuljahres scheidet Herr Pf. Ewald, welcher seit Michaelis 1873 an der Anstalt thätig gewesen ist, aus dem Kollegium, um das Pfarramt in Kleinenglis zu übernehmen; der Dank der Anstalt und unsere besten Wünsche begleiten ihn. Seine Stelle wird durch Ascension besetzt, während die Ver- waltung der letzten ordentlichen Lehrerstelle dem Herrn Kandidaten der Theologie und Philologie Salfeld, jetzt Lehrer an der Realschule in Grabow in Meklenburg, übertragen worden ist. Michaelis
wurden die Herren Orth und Troll definitiv angestellt und von dem Berichterstatter vereidigt. 5


