—— Vordergrund stellen, hat es auch nicht an solchen gefehlt, welche behaupten, dass die Schüler noth- wendig nach ihren Kenntnissen sitzen müssten, dass man ohne Zertiren nicht auskommen könne, dass das schreibende Kind jeden Augenblick müsse aufstehen können, dass die Banklehne die Träg- heit der Schüler begünstige u. s. w. Glücklicherweise hat sich aber in den Lehrerkreisen immer mehr die Ueberzeugung Bahn gebrochen, dass von Erziehung im vollsten Sinne des Wortes nur die Rede sein könne, wenn Körper und Geist in gleichem Masse entwickelt werden, dass daher die Be- rücksichtigung der Gesundheit kein Hinderniss, sondern das beste Beförderungsmittel des Unterrichts sei, und man Mittel ausfindig machen müsse, welche Lehrern und Schülern die Erreichung des schweren Ziels möglichst erleichtern. Es liegt auf der Hand, dass für Schüler von 1,67 m und 1,31 m oder gar von 1,68 m und 1,15 m Grösse(diese Grössenunterschiede finden sich beispielsweise in der jetzigen Tertia und Quarta und ähnliche Differenzen auch in den übrigen Klassen) nicht ein und dieselbe Bank benutzt werden kann, ohne dass bei dem einen ein Zusammensinken des Körpers, bei dem andern durch fortgesetzte Skoliosenstellung eine wirkliche Skoliose und eine Schädigung der Sehkraft eintreten müsste. Es müssen daher Subsellien konstruirt werden, bei denen sich die sogenannte Differenz, d. h. der senkrechte Abstand der inneren Tischkante von der Bank nach der Grösse der Schüler richtet und ⅛ der Körpergrösse plus 3— 4,5 cm beträgt; die Schüler müssen also, wenn man nicht für jeden einzelnen eine besondere Subsellie konstruiren will, nach der Grösse sitzen. Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Rumpfrichtung beim Schreiben eine möglichst, gerade sein muss; dies ist aber nur möglich, wenn die vordere Tischkante, möglichst dem Brustkorbe entgegengerückt, den Körper bis in die hintere Sitzlage zurückdrängt und ihn zwingt, von einer in dieser Lage dem Kreuzbein gegebenen Stütze, der Lehne, auch während des Schreibens Gebrauch zu machen. Dies wird erreicht, wenn die innere Tischkante über die vordere Bankkante hinüber- gerückt wird, wenn man die sogenannte Minus-Distanz anwendet. Auf der andern Seite muss auch der Lehrer häufig ein Aufstehen und längeres Stehenbleiben der Schüler verlangen, einmal aus Anstandsrücksichten, dann aber auch um den Körper nicht zu lange ein und dieselbe Stellung ein- nehmen zu lassen. Das Stehen bei Minus-Distanz ist aber nur möglich mit eingeknickten Knieen, vorgebeugtem Oberkörper und Unterstützung desselben mit den Armen, also in der Art eines halben Hockens, in einer Stellung, welche gleichfalls dem Körper sehr schädlich ist; es ist also eine Vor- richtung nöthig, welche es gestattet, die Minus- in eine Plus-Distanz zu verwandeln. Weiter fordert es die Rücksicht auf die Gesundheit des Lehrers, dass die Schulbänke nicht so niedrig seien, dass er nur unter stetem und beschwerlichem Bücken die Schreibtafeln oder Hefte der Schüler überblicken könne; die Höhe der Bank muss also für diesen Zweck genügend erhöht werden, dafür aber gleich- zeitig den Füssen des Schülers eine feste Unterlage gegeben werden, der Fuss muss auf einem Fussbrett ruhen, welches breit genug ist, den ganzen Fuss aufzunehmen, während Oberschenkel und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden. Dies alles sind Gesichtspunkte, welche nothwendig berücksichtigt werden müssen; ausserdem gibt es noch verschiedene andere, deren Berücksichtigung wenigstens wünschenswerth ist. Berichterstatter hat, ehe er sich für ein bestimmtes schon gebräuch- liches System entschied, dieselben sorgfältig geprüft und sich für ein mehrfach abweichendes mit aufklappbarer Tischplatte entschieden. Die Masse sind unter Benutzung des vorhandenen Materials durch wiederholte Messungen sämmttlicher Schüler festgestellt.
Die geneigte Tischplatte ist in der Mitte getheilt und mit drei Charnieren zum Aufklappen versehen, an den beiden Enden mit solchen, wie sie in der Regel an Klapptischen verwendet werden,


