Aufsatz 
Das neue Realschulgebäude
Entstehung
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4. Die Baugeschichte des Hälses.

Die Entwickelung und das Aufblühen einer Schule ist von vielen Bedingungen abhängig, namentlich aber ist die Herstellung eines Gebäudes, welches den mannigfachen Bedurfnissen derselben Rechnung trägt, eine der wichtigsten. Es ist daher nicht zu verwundern, dass der Plan zu einem neuen Schulgebäude für die Realschule zu Eschwege, welche anfänglich in einigen verfügbaren Räu- men der Bürgerknabenschule ihre bescheidene Unterkunft finden musste, fast eben so alt ist, wie die Anstalt selbst. Schon am 2. November 1840 erhielt der Schulvorstand die Mittheilung, dass von den städtischen Behörden ein Neubau für die Realschule und das Progymnasium beschlossen sei; die Ausführung des damals entworfenen Baurisses unterblieb aber, weil derselbe einerseits zu wenig und zu kleine Zimmer aufgies, andererseits zur Herstellung des Gebäudes eine grössere Summe erforderlich gewesen wäre, als die städtischen Behörden zu diesem Zwecke verwilligt hatten. Eine vorläufige Abhülfe des Nothstandes fand sich zunächst in dem Auskunftsmittel, die Amts-Wohnung des Konrektors der Knabenschule zu Klassenzimmern einzurichten; später wurde noch ein Zimmer in der Mädchenschule der Realschule überwiesen. So musste sich die immer mehr wachsende und aufblühende Schule nothdürftig behelfen, bis im Jahre 1867, als die Anstalt nach dem Muster einer preussischen Realschule umgewandelt werden sollte, auch die Herstellung eines neuen, den Bedürf- nissen entsprechenden Realschulgebäudes von der königlichen Regierung den städtischen Behörden zur Pflicht gemacht wurde.

Vorerst wurde die Schule theils im zweiten Stock der Bürgerschule, theils in dem Schul- gebäude der israelitischen Gemeinde untergebracht; aber schon das erste Programm der reorganisirten Anstalt konnte berichten, dass der Bau eines neuen Schulhauses von den städtischen Behörden be- reits beschlossen sei. Der Wunsch, welcher dieser Mittheilung hinzugefügt wurde:Möchte es bald gelingen, die ganze Anstalt unter Einem Dache zu haben, in einem Hause, das der Stadt zur Ehre nicht minder als zur Zierde gereicht! ist zwar später, als gehofft wurde, dafur aber um so schöner in Erfüllung gegangen.

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