Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des Klosters Lorsch : 2. Teil
Entstehung
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haben gleicherweiß als in der bach, als weit(so weit) als ein mittelmeßig man, der da stehet mit einem fuß in der bach, mit einem andern uff dem uffer, mit einem Sech gewerffen mag, gehet aber der fisch weiter, dan der gewerffen mag, so hat der Arme den zu fahen, ob er mag, uff das der Arm meim herrn desto baß gethienen (dienen) und beedt geben möge.

Item weißet der Schöff auch meim hern Probst ein eigen fischerey, in dem freyen wasser, das gehet an an der steinbrückhenia) und wendt am brandtloch (jetzt Wahligs Loch), darin soll auch niemandt fischen oder stellen(Wehre stellen) ohne willen und wissen meines Hern des Probsts.

Item weißet auch das gericht, das aus demselben Wasser gehet ein graben, heißt der Imengraben, weißet man die fischerey einem Amptmann, der den hern Im Convent zu essen gibt.

Item weißet man auch ein sehe, heißt des Burggraven sehe, ligt an der wildthuben, darin hat ein Burggrave zu Starkenburgkh der fischwerch macht, außer demselben sehe gehet ein graben, dieselb fischwerch(fischwerk= Fischerei) höret zu einem Schultheißen zu Lorsch.

Item der fischwerch In dem Schwindergang weißet man auch dem Schultheißen doselbst.

Item weißet der Schöffe auch die zwen graben hinderm Closter, eins der lohe- graben, das ander der mühlgraben, das die gehen uber ein richtig allmendti⁵).

Item hat mein gnediger Herr ein waldt liegen, zwischen den zweyen Dörffern Lorsch und Bürstadt, genannt der Lorscher wald, dadurch gehen straßen, die ein iglicher Biderman gebrauchen mag mit ehren, were es sach, das ein man dadurch führe mit einem geschir und breche dem etwas: So mag er umb sich sehen. Siehet der ein stammen, damit er seinem geschir zu hülff mag khommen, den mag er ab- hauen und sein geschir mit machen und das allt(den zerbrochenen Teil seines Ge- schirrs) wider uff den stamm legen, und were es, das allt Ihme geliebet und mit Ihme führet, So soll er drey wormbßer Pfennig uff den stamm legenié).

Nach einer Weisung über widerrechtliche Benutzung des Lorscher Waldes durch einenaußmann, d. h. Ausmärker heißt es dann weiter:

Item der Schöff weißet auch, das ein Probst zu Lorsch recht hat in dem- selben waldt bauholtz zu hauen, zu allen seinen höven.

Item weißet auch, das der Probst recht hat zu hauen eichenholtz zu dreyen fauren(Fuhren), Eins in die Probstey, das Ander uff das viehehauß, Und das dritt Ins Backhaus.

Nach eingehenden Bestimmungen über Seßhaftmachung und Wegzug von Armen, Uberlassung von Bauholz an dieselben und ihre Verpflichtungen zu Beede und Diensten fährt das Weistum also fort:

¹4) Es ist dies dieselbe steinerne Brücke bei Lorsch, von der es im cod. Laur. S. 272 heisst: Henricus abbas(1153 1167) pontem lapideum super fluvium Wisgoz multa impensa tam sua quam Christi fidelium fabricavit. ¹⁸) Christ a. a. O. liest falsch: gegenüber ist Allmend. ¹⁶) Das vor- stehende Stück betreffend den Lorscher Wald ist, allerdings ungenau, auch bei Dahl, Urkundenband II L. 1 D als Auszug aus alten Weistümern wiedergegeben Ob Dahl dabei unser Kopialbuch benutzte, ist ungewiss. 2