Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des Klosters Lorsch : 1. Teil / Friedrich Kieser
Entstehung
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Beilage zum jahresbericht des Großherzoglichen Gymnasiums zu Bensheim. Ostern 1008.

Beiträge zur Geschichte des Klosters Lorsch.

J. Teil. Von Gymnasialdirektor Dr. Friedrich Kieser.

Einleitung.

Die nachstehenden Ausführungen dienen dem gleichen Zwecke wie meine Arbeit: Das salisch-fränkische Siedelungssystem und die Heppenheimer Markbe- schreibung vom Jahre 773(Programmbeilage des Gymnasiums Bensheim 1005) und die Abhandlung von Prof. Henkelmann: Das Odenwälder Bauernhaus(ebenda 1000), sie sollen Beiträge liefern für eine Heimatkunde, welche die geschichtliche Entwick- lung unseres deutschen Volkes auf die engere Heimat projiziert und so belebt, ver- tieft und erwärmt.

Für diese Entwickelungsgeschichte sind die Klöster namentlich in frühmittel- alterlicher Zeit von weitgehender Bedeutung. Wenn auch ihrem lichten Bilde die Schatten nicht fehlten, wie das bei allem Menschenwerk ja natürlich ist, so haben sie doch als Heimstätten der Frömmigkeit, des Fleißes, der Nächsten- und Vater- landsliebe außerordentlich wohltätig gewirkt. Besonders die Klöster der Benediktiner bildeten für ihre Zeit förmliche Kulturzentren, von denen tausendfältiger Segen aus- ging, da sie die richtige Mitte hielten zwischen religiös-beschaulichem Leben und werktätiger Arbeit.

Nicht an letzter Stelle stand hierin das Benediktinerkloster Lorsch, das infolge seines Ansehens und seines ausgedehnten Machtbereichs ein ungewöhnlich weites Arbeitsfeld für seine Wirksamkeit hatte.

Im Geiste der christlichen Religion oblag es nicht nur dem Gebete und den Andachtsübungen innerhalb seiner Mauern, sondern errichtete auch außerhalb derselben viele Kirchen oder Kapellen und versah in den zugehörigen Gemeinden

1908. Progr. Nr. 825.