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Die erste Häutung der jungen Thiere erfolgt nach zwei bis drei Tagen. Die wasser- helle Farbe derselben geht bald in's Weissgrüne über, was sich mit der Zeit am Bruststück in's Graugrüne, am Hinterleib in's Schwarzgrüne verwandelt. Zu bestimmen, wie viel Häu- tungen die Thiere durchmachen, hielt ich früher wegen des verschiedenen Alters und der grossen Menge derselben in einer Galle für unmöglich. Indess ist es mir in vorigem Sommer gelungen, die Anzahl derselben ganz genau festzustellen. Ich will die Art und Weise dieser Feststellung hier speciell anführen, weil ich damit auch gleichzeitig die Veränderung der Thiere während dieser Lebensperiode näher beschreiben kann. Am 10. Juni brachte ich einen Ulmenzweig mit Blättern, auf welcher sich Gallen befanden, in ein kleines, mit Wasser gefülltes Weinglas und stellte dieses auf einen kleinen flachen Teller, dessen Boden mit einer dünnen Wasserschicht bedeckt war. Ueber das Ganze deckte ich eine Gllasglocke, um den Blättern, resp. den Gallen die erforderliche Feuchtigkeit zum Fortvegetiren zu bieten. Das Wasser im Glas und auf dem Teller erneuerte ich selbstverständlich während der Beobachtungszeit je nach Bedürfniss. Von fünf Gallen schnitt ich den oberen Theil ab und nahm die Urthiere mit den vier abgestreiften Häuten eines jeden einzelnen aus derselben, so dass die noch keinmal gehäuteten jungen Thiere allein in der Galle blieben. Die Oeffnnng der Galle umband ich mit einem Stückchen feinem Löschpapier, was ich stets nass hielt. Um die Gallen nicht durch zu vieles Anfassen zu früh zum Absterben zu bringen und die Insassen derselben nicht zu oft zu beunruhigen, sah ich immer erst am zweiten Tage nach. Die Beobachtungsresultate von jeder einzelnen Galle hier wieder zu geben, würde zu weit führen, weshalb ich zunächst nur von einer allein berichten will. Diese Galle enthielt 11 noch keinmal gehäutete Thiere. Am 12. Juni fand ich ausser deuselben in der Galle noch 11 Häute, die ich mit einer Nadel aus der Galle nahm. Die Thiere hatten sich also zum erstenmal gehäutet, waren etwas grösser geworden und trugen auf dem Hinterleib einen ganz feinen Wollpelz. Am 14. Juni hatten sie alle zum zweitenmale die Körperhaut abgestreift, waren der Zeit entsprechend gewachsen, das Wollhaar auf dem Hinter- leib war ebenfalls länger geworden, und an beiden Seiten des Bruststücks bemerkte ich Er- höhungen, also den Anfang vom Puppenzustand. Die 11 Häute entfernte ich wieder aus der Galle. Bei dieser überaus difficilen Arbeit hatte ich jedenfalls zwei Thiere verletzt, denn am 17. Juni (am 16. war ich verhindert, nachzusehen) fand ich dieselben todt in der Galle. Ich entfernte sie. Die abgestreiften Häute der übrigen 9 konnte ich aber diesmal nicht mit der Nadel her- ausnehmen, weil sich die grösser gewordenen Thiere wesentlich verändert hatten. Jedes der- selben trug nümlich auf seinem Hinterleib einen Wollhaarbüschel, der senkrecht in die Höhe stand und vollkommen so lang war als das Thier selbst. Diese Büschel ragten nun in einander und machten dadurch das Herausnehmen der Häute unmöglich. Die Körperfarbe der Thiere war dunkeler geworden und die glashellen Flügelansätze(Fig. 10) standen schon mit ihren Spitzen etwas vom Körper ab. Die dritte Häutung hatte also auch stattgefunden. Ich band deshalb das nasse Papierstückchen wieder auf die Galle. Am 19. Juni waren die meisten Thiere wegen der mehr oder weniger zusammenhängenden Haarbüschel einzeln nicht zu unterscheiden, nur bei dreien war dies möglich. Am 20. Juni hatte eine Anzahl Thiere das Wollhaar nicht mehr auf dem Hinterleib, auch sassen dieselben einzeln an der Gallenwand, die übrigen hingen mit ihrem Wollhaar an einander und bildeten einen zusammenhängenden Ballen. An diesem Tage fiel auch das Blatt, worauf die Galle sass, vom Zweig ab. Ich legte dasselbe so auf den Tellerrand, dass der untere Theil mit dem Stiel im Wasser lag. Als ich am 21. Juni Vormittags das Papier von der Oeffnung entfernte, waren sieben Thiere vollständig geflügelt; das achte hatte kurz vorher die Haut abgestreift; ich bemerkte an beiden Seiten seines Körpers eine weisse


