Aufsatz 
Neue Beobachtungen und Entdeckungen an den auf Ulmus campestris L. vorkommenden Aphiden-Arten / von Hermann Kessler
Entstehung
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Grösse und Form, bald sind sie gauz rund, bald länglich rund; vorherrschend ist die Eiform mit einem Höhendurchmesser bis zu l cm(Figur 1). Die Blätter mancher Bäume sehen dann, wenn sie in hohem Maasse davon befallen sind, aus, als wären sie mit grünen Nüssen besäet, deren Menge manchmal so gross ist, dass durch ihr Gewicht Zweige und Aeste sich nach unten neigen. ISt die Galle fertig, d. h. vollständig geschlossen, so ist das Thier für immer von der Aussenwelt abgeschlossen, es hat sich mit derselben eine Wohnungs-, Ernährungs-, Fort- pflanzungs-, ja auch gleichzeitig seine Grabstätte selbst hergestellt. An seinem Körper sind jetzt schon einige Veränderungen wahrnehmbar. Der Hinterleib ist etwas dicker geworden, nicht mehr abgestutzt, sondern etwas verschmälert auslaufend(Fig. 3); der ganze Körper ist ganz weich geworden, glänzt stark und bleibt leicht an der Nadel hängen, wenn man das Thier aus der Galle nehmen will. Von jetzt ab wüchst es rasch und häutet sich innerhalb vierzehn Tagen viermal. Die erste von den vier abgestreiften Häuten, welche man immer in dem untern Theile der Galle findet, ist schwarz(von ihr rührt also die bisherige Farbe des ganzen Thieres her), von den drei nachfolgenden Häuten ist dagegen der Theil des Rumpfes weiss, die Theile vom Kopf, den Fühlern und Beinen aber schwarz. Die zweite abgestreifte Haut findet man stets in der Nähe der ersten, aber etwas mehr nach oben; ebenso liegen die beiden folgenden jede von der vorhergegangenen etwas höher, was sich daraus erklärt, dass die Galle gerade während der Häutungsperiode des Thieres rasch wächst, und dieses sich bis zu der Zeit, in welcher es seine Brut abzusetzen beginnt, stets am oberen Ende der Galle aufhält, mit diesem also gleichsam nach oben geschoben wird. Jede einzelue Haut liegt nicht etwa unregelmässig zusammengeballt an der Gallenwand, wie dies bei Häuten anderer Larven der Fall ist, nein, man findet sie vielmehr immer auf den Beinen ruhend, so dass man im ersten Augenblick, namentlich bei der ersten schwarzen Haut glaubt, es sässe ein wirkliches Thier da. Vor der Häutung drückt das Thier die Spitze des Tarsus in das zarte Gewebe der Galle, die Körperhaut öffnet sich am Kopf, und aus dieser Oeffnung entschlüpft der frische Körper seiner mit den Fussgliedern befestigten und auf den Beinen ruhenden bisherigen Hülle. Unmittelbar nach jeder Häutung sind Kopf, Pühler, Schnabel und Beine des Thieres selbst wasserhell, fürben sich aber alsbald dunkeler, der übrige Körper aber sieht nach der ersten Häutung weisslich grün aus, nach der zweiten rein grün, wie die Galle, wird dann immer dunkeler, so dass er nach der vierteu Häutung dunkel grüngrau erscheint. Diese Fürbung, sowie die bald eintretende schwarze Farbe des Kopfes und der Extremitäten behält das Thier bei. Die Figuren 4. 5, 6 und 7 ver- anschaulichen die Grösse des Thieres nach den einzelnen Häutungen. Nach der dritten Häutung sieht man schon die Embryonen im Körper des Thieres, welche nach der vierten Häutung noch deutlicher hervortreten, was in den betreffenden Figuren angedeutet ist. Nach der vierten Häu- tung ist das Thier etwas über 2 mm lang, fast eben so breit wie dick, also fast kugelig, mit erhabenen Randkanten der Hinterleibsringe. Der Hinterleib bedeckt sich nach und nach mit einem weissen, kurzhaarigen, staubartigen Flaum. Die Anfänge zu diesem Flaum sieht man zu- erst an den deutlich markirten Grenzlinien der Leibesringe in Form von weissen Pünktchen. Uebrigens trägt schon der Hinterleibstheil der dritten abgestreiften Körperhaut einen Anflug von Flaum, welcher bei der vierten Haut noch viel deutlicher sichtbar ist. Mithin häuten sich auch die einzelnen Härchen dieses Flaums.

Die Jungen des Urthiers.

Bald nachdem das Thier sich zum letztenmal gehäutet hat, fängt es an, J unge zur Welt zu bringen, die aber in Eiform(Fig. 8) aus dem Mutterkörper hervortreten. Die Anzahl der-