Aufsatz 
Die Lebensgeschichte der auf Ulmus campestris L. vorkommenden Aphiden-Arten und die Entstehung der durch dieselben bewirkten Missbildungen auf den Blättern / von Hermann Kessler
Entstehung
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Die Lebensgeschichte

der auf Ulmus eampestris L. vorkommenden Aphiden-Arten und die Entstehung der durch dieselben bewirkten Missbildungen auf den Blüttern

von Dr. Hermann Friedrich Kessler.

In nachfolgender Abhandlung habe ich die Resultate von Beobachtungen und Untersuchun- gen zusammengestellt, welche ich während der Frühlings- und Sommermonate in den Jahren 1875 bis 1877 an den. auf Ulmus campestris L. vorkommenden Aphiden-Arten Tetraneura ulmi L., T. alba Ralzb., Schisoneura ulmi L. und Sch. lanuginosa Hart. machte. Schon im ersten Sommer stiess ich bei meinen Beobachtungen auf manches, was mir neu war, und worüber ich in den mir damals zu Gebote stehenden Fiteralien keinen näheren Aufschluss erhielt, auch in den mir später verschafften Werken, welche die Aphiden speciell behandeln, fand ich nicht immer das, was ich suchte, insbe- sondere nirgends eine vollständige Entwickelungsgeschichte der verschiedenen Arten. Die älteren Schriftsteller, z. B. Reaumur und v. Gleichen, unterscheiden nur zwei auf Ulmen vorkommende Arten von Pflanzenläusen und geben die Entwickelungsgeschichte derselben nach dem dama- ligen Stande der Wissenschaft auch ausführlich; de Geer beschreibt neben diesen noch eine dritte Art, ohne sie jedoch zu benennen; Hartig trennt diese drei Arten Aphis in die Gattungen Tetra- neura und Schizoneurd, und Ratzeburg fügt als vierte Art seine Tetraneura alba mit kurzer Charak- teristik hinzu; aber eine vollständige Lebensgeschichte aller vier Arten und eine gegenseitige Ver- gleichung derselben ist meines Wissens noch nicht veröffentlicht. Der Wunsch, eine solche zu bewerkstelligen, lag daher nahe und veranlasste mich, meine Beobachtungen und Untersuchungen, welche ich anfänglich mehr zur Unterhaltung auf meinen Spaziergüngen als zu wissenschaftlichen Zwecken unternahm, nunmehr planmässig fortzusetzen und dieselben nicht nur auf die Entwicke- lung der Thiere vom ersten Anfang an bis zu ihrem Tode allein, sondern auch auf die Entstehung der von denselben bewirkten Missbildungen(Gallen) an den Blättern auszudehnen.

Ferner habe ich auch gefunden, dass diese Aphiden-Arten von keinem der mir bekannten

Schriftsteller, welche über die Fauna Hessens geschrieben haben, als hier vorkommend erwähnt werden. 1