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zu beantworten wusste. Erst allmälig erinnerte ich mich einiger mit der Geschichte der Herbarien in Verbindung stehender Thatsachen, verfolgte sie weiter, fand mehrere der Art, und gebe nun, um wenigstens einen Anfang zu machen, den Andere fortsetzen mögen, das Wenige, was ich darzubieten habe. Nach seinen dann folgenden Mitthei- lungen hatte man noch im ersten Decennium des 17. Jahrhunderts nicht einmal für das, was man jetzt unter Herbarium versteht, einen bestimmten, allgemein ange- nommenen Namen. Herbarium bezeichnete damals ein botanisches Werk mit Abbildungen, und um das, was wir Herbarium nennen, zu bezeichnen, führte man den Ausdruck Herbarium vivum ein. Aber auch dieser bedeutete nicht immer dasselbe; denn noch am Anfang des 18. Jahrhunderts verstand Emanuel König in seinem Regnum vegetabile quadripartitum(Basel 1708) eine Zusammenstellung von Pflanzen- zeichnungen darunter. Adrian Spigel gebrauchte dafür in seiner Isagoge in rem herbariam, Patavii 1606, den Ausdruck„Wintergärten“, und zwar bei der Gelegen- heit, wo er die häufige Beobachtung der Pflanzen im Freien empfiehlt.„Des Winters über“, sagt er,„weil da beinahe alle Pflanzen umkommen, so dass ihr das nicht leisten könnt, müsst ihr die Wintergärten(hortos hyemales) betrachten; so nenne ich die Bücher, worin man getrocknete Pflanzen auf Papier geklebt verwahrt.“ Meyer sagt ferner p. 267:„Vor Spigel finde ich gar keinen Namen dafür, wohl aber die Sache; und wer davon spricht, umschreibt sie.“ Zum Beleg hierzu führt er die Herbarien an, welche die Italiener Andrea Cesalpini(geb. 1529), Ulisse Aldrovandi(geb. 1522, gest. 1605) und der Engländer John Flaconer besassen die aber in den Schriften der Besitzer selbst oder in denen späterer Schriftsteller blos als Bücher mit getrockneten und aufgeklebten Pflanzen erwähnt wurden.— Auch die Sammlung der 513 Pflanzen, welche Rauwolf, Arzt zu Augs- burg, auf seiner Reise nach dem Orient in den Jahren 1573 bis 1576 sammelte, und welche noch jetzt in der Bibliothek zu Leiden aufbewahrt wird, wurde von dem Sammler nicht mit einem besonderen Namen belegt. Er erwähnt dieselbe in seinem Werke„Aigentliche beschreibung der Raiss etc.“, 1583, Theil I, p. 37, bei Anführung zweier Pflanzen, die er in Syrien gefunden hatte, mit den Worten:„welche ich unter andern meine frembde Kreuter aufgeleimbt“. Ferner führt das jetzt noch vorhandene und im Besitz des Buchhändlers Lempertz zu Bonn befindliche, drei Bände starke Herbarium des Italieners Ferro den Titel:„Johannis Mariae Ferro Veneti theatrum vegetabilium etc. 1574˙.
Flaconer's Herbarium, dessen Anfertigung muthmasslich in die vierziger Jahre des 16. Jahrhunderts fällt, bezeichnet Meyer als„das erste in der ganzen Welt“, und die Anfertigung der beiden Herbarien von Cesalpini und Aldrovandi füllt


