Aufsatz 
Die Schlupfwespen Campoplex argentatus Gravenhorst und Diospilus oleraceus Haliday sowie deren Wohnungsthiere in ihrer Entwicklungsgeschichte / von H. F. Kessler
Entstehung
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gekommen zu sein, weil ich damals noch nicht die Beobachtung gemacht hatte, dass von jeder Generation eine Anzahl Thiere der Art in der Entwickelung zurück bleibt, dass das vollkommene Insect erst im nächsten Frühjahr erscheint, so hielt ich es für todt und öffnete an diesem Tage seine Hülle, fand es jedoch noch lebendig. Ich legte den Cocon deshalb wieder ruhig hin, dessen Oeffnung am 26. December dann abermals durch einzelne Seidenfäden geschlossen war, mit welchen nach innen ein vollendeter Seidencocon in Verbindung stand. Während der Monate Januar, Februar und März ging keine weitere Veränderung vor. Am 11. April nahm ich die Seidenhülse heraus, öffnete sie ein wenig und bemerkte in derselben eine gelbe Puppe einer Schlupfwespe. Nachdem ich beide wieder in den ersten Cocon gelegt hatte, war die Puppe am 25. Mai zu einer fast vollständigen Schlupfwespe ausgebildet, aber todt. Die letzte Beunruhigung hatte jedenfalls auf die Entwickelung zur Reife nachtheilig eingewirkt. Aus diesem Beispiel sieht man gleichzeitig, dass die Nematuslarve auch dann noch die Eigenschaft, wonach sie sich wiederholt einen neuen Cocon spinnen, bezw. denselben ausbessern kann, beibehält, wenn sie auch die Larve eines Schma- rotzers in sich trägt, und dass dieser sich, was die Zeitdauer der Entwickelung anbe- langt, ganz seinem Wohnungsthier accommodirt; während er nämlich im Frühjahr und Sommer, wie dieses, gewöhnlich vier Wochen zur Ausbildung vom Ei an bis zum voll- ständigen Insect nöthig hat, brauchte er in diesem Falle fast ein ganzes Jahr dazu,

was bei Nematus ebenfalls vorkommt. Von dem Augenblick an, in welchem die Puppe den Seidencocon um sich zu spinnen beginnt, hat die Nematuspuppe aufgehört zu sein,

sie leiht derjenigen von Campoplex nur noch das äussere

X‿ Kleid, was jedoch in der warmen Jahreszeit schon nach 3 bis 4 Tagen von dem Entleiher abgestreift wird, und pig. 1. welcher dann die Form von Fig. 7 hat, also die Schlupf-

Von der Seite gesehen. wespe schon vollständig erkennen lässt. Kopf, Bruststück und Hinterleib sind deutlich zu unterscheiden. Am Kopf stehen beiderseits die grossen braunen Augen, auf der Stirn entspringen dicht neben einander die vielgliederigen Fühler, welche sich wie eine Perlschnur an beiden Seiten des Körpers hinziehen. Die Beine liegen auf der Unterseite des Körpers, Ober- und Unterschenkel in einem Knie zusammen, so dass das Knie am Rande des Körpers hervorragt, die Unterschenkel mit dem Tarsus aber in gerader Richtung auf der Bauchseite ruhen. Die Flügel liegen zwischen dem zweiten und dritten Oberschenkelpaar in der Form eines glashellen Klümpchens..

Die von der Nematuspuppe geborgte Haut ist mit einer braunen Flüssigkeit ge-