lag das Thier in der zweiten Puppenform neben dem Cocon, mit dem Kopfende auf einem Häufchen weisser, seidenartiger Masse, und daneben die abgestreifte Haut. Die Puppe, die Seidenmasse, die Haut und der Cocon waren dùrch Fäden mit einander verbunden. Das Ganze wird durch Figur 6 veranschaulicht, a ist der Puppenkörper von der Seite gesehen, b die abge- streifte Haut, c die Seidenmasse und d der alte Cocon. Das Thier war also beim Häutungsprocess aus dem geöffneten Cocon gerutscht, hatte sich hierdurch jedoch nicht beirren lassen, die Anfertigung der zweiten Hülle vorzunchmen, konnte dieselbe indess nicht formiren, weil ihm dazu die erforderlichen Anheftepunkte fehl- ten, welche ihm der erste Cocon dargeboten hätte; musste es also beim blossen Seidenspinnen bewenden lassen. Gleichzeitig beweist dieses Beispiel, dass die Anfertigung des zweiten Cocons unmittelbar nach der
Fig. 6. ersten Häutung der Puppe geschieht.— Am 3. Juli nahm ich einen Concon von Ende Mai und Anfangs Juni selbstgezüchteten Afterraupen aus der Erde, öffnete denselben und fand, dass derselbe einen zweiten und zwar rein
weissen Seidencocon umschloss; ich zog diesen heraus und sah darin eine Puppe von der Gestalt, wie sie Fig 4 zeigt.— Von derselben Generation öffnete ich am 19. Juli einen Cocon. Das Thier darin hatte noch die Larvenform, aber ohne Bauchbeine. Ich schloss die gemachte Oeffnung wieder dadurch, dass ich das stumpfe Ende einer andern etwas grösseren Hülse darüber stülpte, und legte das Ganze in ein Schäch- telchen. Beim Nachsehen am 6. August konnte ich das übergestülpte Stück durch schwache Drehungen nicht abbringen; das Thier musste beide Theile wieder mit ein- ander vereinigt haben, was ich auch am 21. August, wo ich den aufgelegten Theil ge- waltsam vom andern trennte, bestätigt fand, indem Seidenfüden beide zusammenhielten. Das Thier war in seiner äussern Form noch unverändert. Ich deckte den abgelösten Theil wieder über die Oeffnung und brachte das Ganze an den alten Aufbewahrungsort. Am 17. September konnte ich diesen Theil zwar wieder ganz leicht abheben, sah aber die Oeffnung am Cocon selbst durch ein feines Gewebe geschlossen, durch dessen Maschen ich die ruhigen Bewegungen des Thieres genau beobachten konnte. Ich liess jetzt den bisher übergestülpten Theil weg und fand am 24. September den erwähnten lockern Verschluss ganz dicht, so dass ich vom Thier gar nichts bemerken konnte. Am 12. und 23. October war keine weitere Veränderung vorgegangen. Weil am 7. November das Thier nun über 5 Monate lang im Cocon lag, ohne zur Vollendung


