Aufsatz 
Die Schlupfwespen Campoplex argentatus Gravenhorst und Diospilus oleraceus Haliday sowie deren Wohnungsthiere in ihrer Entwicklungsgeschichte / von H. F. Kessler
Entstehung
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einer hellern Einsenkung ein Fühler in Form einer schwarzen, kegelförmigen, zuge- spitzten Hervorragung. Die schwarzen, am Rande helleren Oberkiefer haben vorn zwei Zähne. Die vier nach vorn gebogenen Taster sind an ihrer untern Hälfte grün, an der Spitze aber schwarz; sie bestehen aus fünf Gliedern, von denen das Anfangsglied noch einmal so lang und viel dicker ist als die vier folgenden zusammengenommen. Von diesen ist das vorderste kegelförmig und zugespitzt. Unterkiefer und Unterlippe sind, so lange das Thier thätig ist, nicht sichtbar. Die Grundfarbe des Körpers ist grün; gelb sind dagegen beim weiblichen Thier die beiden ersten Segmente, beim männlichen nur das erste, bei beiden dann wieder das vorletzte und das Ende des letzten; die Vor- derhälfte des letzten ist grüngelb. Rücken und Seiten des Thieres sind mit schwarzen, warzenartigen Punkten bedeckt, welche gruppirt sind, wie die Fi- guren 1 u. 2 zeigen. Auf allen Punkten stehen gekrümmte Borsten- TSn.2. haare und zwar auf den kleinen in der Regel nur eins, auf den Pin Wicelorbs Körper- grösseren dagegen zwei, drei und mehr, je nach der Grösse des deenearanneen Punktes. An jedem der drei vordersten Körperringe steht ein Beinepaar. Jedes Bein ist fünfgliederig. Das Grundglied ist eine kegelförmige Verlängerung des entsprechenden Körpersegments, die folgenden werden der Reihe nach kürzer und dünner; das letzte endigt mit einer gebogenen Kralle. Alle Glieder sind mit einer an der Aussenseite schwarzen Hornhaut bedeckt, wogegen die Gelenke weich sind und grün aussehen. Jeder der Leibesringe vom fünften bis zehnten trägt ein ungegliedertes, fleischiges, kegelförmiges Beinepaar, das letzte endigt mit den zwei Nachschiebern; das vierte und elfte ist fusslos. Weil die Körperhaut an sich wasserhell und durchsichtig ist, so sieht man auch, so bald das Thier nur halb- wüchsig geworden ist, die an beiden Seiten des Körpers herlaufenden Luftkanäle mit den Luftlöchern und längs des Rückens das pulsirende Rückengefäss. Jede einzelne Afterraupe frisst durchschnittlich 12 bis 14 Tage, im Herbst bis 3 Wochen an den Blättern der Stachel- und Johannisbeersträucher; der ganze Frass einer Generation aber dauert länger, weil die Eier nicht auf einmal, sondern nach und nach in einem Zeitraume von 3 bis 4 Tagen von der Blattwespe abgesetzt werden. Während dieser Zeit häutet sich die Larve fünfmal und zwar in Zwischenräumen von 2 bis 3 Tagen je einmal. Nach der letzten Häutung geht sie zur Verpuppung in die Erde, die Frühjahr- und Sommergeneration nur einige Linien tief, die der letzten Ge- neration eines Jahres dagegen und diejenigen der vorhergehenden, welche bis zum nächsten Frühjahr als Puppe in der Erde bleiben, gegen 1 auch etwas tiefer. Bevor dieses geschieht muss in dem Falle, dass später statt der Blattwespe eine Schlupfwespe erscheint, das Weibchen von Campoplex argentatus sein Ei in die Larve gelegt haben,